Von Anette Elsner Erfurt.
Der Sportstättenleitplan ist aktualisiert: Der Stadtrat billigte gestern mit nur zwei Gegenstimmen und ohne Enthaltungen die Fort- schreibung des Planes, der zuletzt im Jahr 2000 grundlegend überarbeitet worden war. Ohne Leitplan keine Fördermittel für Sportstätten: So lässt sich die Bedeutung des 80 Seiten starken Werkes auf den Punkt bringen.
Eine „gute Zustandsbeschreibung samt Wünsch-dir-was-Katalog“ nannte Ratsherr Michael Panse (CDU) den Plan. Denn damit die Maßnahmen zu Neubau und Sanierung der Sportstätten Realität werden könnten, müsse der Stadtrat die Kraft finden, per Beschluss die Gelder dafür freizugeben. Hier müsse sich das Gremium zeitliche und inhaltliche Ziele stellen, mahnte Panse – genau wie bei den Kindertagesstätten, deren Sanierung vorangehe.
Kritisiert wurde von allen Fraktionen, dass der Plan noch als Vorhaben aufliste, was teils längst verwirklicht sei – wie den Neubau der Radrennbahn oder die Generalsanierung des Nordbades.
Dem Antrag der Links-Fraktion, diese Punkte zu aktualisieren, wurde daher zugestimmt. Kritik wurde auch an den Grundlagen laut: Die Zahlen aus dem Jahr 2007 seien zu alt und teils falsch, bemängelte Birgit Schuster (FDP). Wenn auch der Antrag ihrer Fraktion auf Ablehnung des kompletten Planes keine Mehrheit fand, stimmte der Stadtrat doch für einen Vorschlag der SPD-Fraktion: Gemeinsam mit den Erfurter Hochschulen soll erarbeitet werden, welchen sportlichen Bedarf es langfristig in der Landeshauptstadt geben wird und in welche Richtungen er sich entwickeln soll. Eingeschlossen darin: die Bäderkonzeption; in diesem Zusammenhang wurde ebenfalls einhellig der Bau einer dritten Schwimmhalle gefordert.
Abgelehnt wurden die meisten Anträge der Ortsteilbürgermeister, wie der zum Bau einer Sporthalle im Planungsgebiet West, gestellt aus Alach und Ermstedt, oder der Büßlebener Antrag auf eine Mehrzweck- und Sporthalle.
Dass der Sportplatz Bindersleben einen Stromanschluss bekommt, wurde jedoch ebenso befürwortet wie die dringlichen 50.000 Euro für das Sportdach Kaufland. Hier soll eine Beregnungsanlage her - dann hält der Kunstrasen länger und weniger Sportler verletzen sich.
Quelle: Thüringische Landeszeitung, 25.06.2010
Jahrelange Vorarbeit, endlos erscheinende Kontroversen, ein paar Dutzend Änderungsanträgen und eine Abstimmung in Sekunden. Mit großer Mehrheit beschloss der Stadtrat gestern die Fortschreibung des seit fünf Jahren immer wieder überarbeiteten Sport stättenleitplans. Ein Papier der Wünsche und Träume.
Und ein Zahlenwerk der Vergangenheit, in das noch ein Fülle von Korrekturen einzuarbeiten ist.
Von Steffen Eß ERFURT
Ersatzneubau Sporthalle Rieth Ertüchtigung Steigerwaldstadion und Umfeld, Neubau eine zentralen Kraftraums für Kaderathleten, Generalsanierung des Nordbads, der Rollschuhbahn und des Sportplatzgebäudes im Sportforum am Johannesplatz. Die Prioritätenliste A im 80-seitigen Leitplan soll ein Ausblick auf die wichtigste Investitionsmaßnahmen der Zukunft sein, liest sich auf ein paar Seiten indes wie ein Rückschau. Denn bis aufs Dauerbrenner-Thema Stadion, das zurzeit eine Rasenheizung bekommt, sind diese Maßnahmen in Arbeit ober bereits verwirklicht. Genauso wie viele dringend nötige Reparaturen an Schulturnhallen, die in ihrer Wichtigkeit an Nummer zwei stehen und an sich schon ein Häkchen dahinter haben müssten.
„Vor zweieinhalb Jahren konnte ja keiner ahnen, dass es mal ein Konjunkturpaket geben wird“, rechtfertigte Jens Batschkus den seit 2005 mehrmals überarbeiteten Entwurf, der durch den enormen Aufwand zum Teil auf dem Stand von 2007 beruht.
Trotzdem schien der Verwaltungsdirektor des Erfurter Sportbetriebs (ESB) froh zu sein, dass das Papier nach einstündigem Abschlussplädoyer der Fraktionen und Lob für die umfassende Arbeit seinen Segen bekam. Genauso wie der Großteil der Ratsherren und -damen. Mit Ausnahme der von der FDP-Fraktion.
„Wenn ich schon einen Leitplan aufstelle, sollten die Zahlen stimmen“, kritisierte Birgit Schuster. Der Änderungsantrag ihrer FDP-Fraktion, den Sportstättenleitplan gänzlich abzulehnen fand allerdings keine Mehrheit Wie eine ganze Reihe anderer Vorschläge auch. Eine ellenlange Liste an Änderungsanträgen wur de in gut zwei Dutzend Einzelabstimmungen behandelt. Unter anderem die Hochstedter dürfen sich freuen. Mit ihrem Anbau schafften sie es in die Prioritätenliste, wo viele emsige Ortsteilräte ihre Vorhaben zu gern gesehen hätten, aber gestern keine Mehrheit fanden. Hier eine neue Sporthalle, dort eine beleuchtete Laufstrecke oder der Wunsch nach einem Seniorenspielplatz. Träume angesichts der knappen Kassen, zumal Vorhaben aus dem ersten Leitplan von 2000 noch in der Warteliste stehen.
„Er ist eine Zustandsbeschreibung und ein Wünsch-Dir-was- Katalog“, sagte CDU-Stadtrat Michael Panse über den Sportstättenleitplan, warb aber ebenso für seine Fortschreibung wie Birgit Pelke (SPD) oder Cornelia Nitzpon (Die Linke). Ohne dass Maßnahmen im Leitplan verankert sind, können keinerlei Fördermittel beantragt. Insofern sahen beide im Beschluss einen wichtigem Meilenstein.
Mit kleinen Niederlagen, aber auch mit kleinen Siegen. Während der Vorschlag der Linke- Fraktion, den Bau einer dritten Schwimmhalle mit aufzunehmen, abgelehnt wurde, ist die Beregnungsanlage für das Sportdach Kaufland in deren Wichtigkeit nach oben gestuft worden. Ob dort in Kürze Wasser auf den Kunstrasen Kunstrasen rieseln wird, steht allerdings auf ei- nem ganz anderen Papier. „Wir müssen uns am Geld orientieren“, weiß Birgit Pelke.
Und sie geht trotz allem Wohlwollen für den gewiss mühevoll erarbeiteten Leitplan davon aus, dass er eine Übergangsvariante ist. Der Prüfauftrag ihrer SPD- Fraktion, über die Universität oder Fachhochschule ein Grundlage zu erarbeiten, die die demographische Entwicklung ebenso mit einbezieht wie bisher nicht berücksichtigte Trendsportarten, fand ebenso eine Mehrheit wie der Prüfauftrag über den Bedarf an Kunstrasenplätzen.
Einig waren sich die Stadträte mehrheitlich auch, dass Erfurt trotz des gestern erst eingeweihten Nordbads ein dritte Schwimmhalle braucht. Die SPD möchte sie ins Bäder-Konzept aufgenommen wissen. Nach der Sommerpause steht sie vielleicht in einem zweiten Werk der Wünsche.
Quelle: Thüringer Allgemeine 25.06.2010
An Baustellen hapert es im Stadtgebiet derzeit wahrlich nicht. Straßen, Schulen und Sportstätten werden dank der Konjunkturhilfen auf neuen Stand gebracht. Das bislang größte Projekt des Erfurter Sportbetriebes (ESB) für den Breitensport nimmt ebenfalls Konturen an - in erster Linie zunächst am Reißbrett.
Von Stellen ESS ERFURT. Ob die neue Riethhalle 2011 so aussehen wird wie das Modell des Erfurter Sportbetriebes (siehe Bild), lässt Jens Batschkus dahingestellt. „Es ist eine Empfehlung. Weil der Standort beengt ist, mussten wir eine Zielvorgabe vorschieben", erklärt der Werksleiter und ist gespannt, was in drei Wochen auf seinem Tisch liegt. Bis zum 24. November läuft die Ausschreibung für das Pilotprojekt an der Essener Straße. Dann beginnt ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Der Ersatzbau der maroden Riethsporthalle ist die erste Sportanlage im Freistaat, die mittels sogenannten PPP-Projekts entsteht. Public Private Partnership: Was in der Umsetzung so viel bedeutet, dass privates Kapital bemüht wird, um ein Bauvorhaben zu finanzieren und das zu betreiben. Die Stadt oder Kommune mietet sich ein, bleibt aber Eigentümer des Grundstücks und bekommt das Gebäude nach Ablauf eines langjährigen Mietvertrages in einem festgeschriebenen Zustand und Weit.
Fünf Bietergemeinschaften aus dem Bundesgebiet haben im Rahmen der europaweiten Ausschreibung die Unterlagen abgefordert. Bei 20 Bewerbern fiele die Entscheidung vermutlich deutlich schwerer, ist Batschkus mit der Menge an Bewerbern zufrieden. Überraschungen sind auch so ausreichend inklusive. Ob ebenerdig oder wie jetzt unterkellert? Ob reichlich Glas rundherum oder doch eher ein nüchterner Funktionsbau? Das Projekt mit Gestaltung des Außenbereichs und der Umlenkung des Straßenverlaufs bietet Entfaltungsspielraum für die Bewerber. Nur wenige Fixpunkte setzt der ESB. Eine Dreifelderhalle mit Platz für 1500 Zuschauer (1000 fest, 500 mobil) ist vorgeschrieben. Dazu gehört eine Vier-BahnenKegelanlage. Billardspielern und Turnerinnen des ESV Lok und MTV bietet auch die neue Sporthalle wieder eine Heimstatt.
„Wir suchen denjenigen, der Bau und Betrieb am kostengünstigsten anbietet", nennt Batschkus das oberste Auswahlkriterium. Schließlich ist die Summe entscheidend, die auch maßgeblich die Kosten der Stadt in den 25 Mietjahren bestimmt. Insofern werde wohl nicht außergewöhnliche Architektur, sondern Funktionalität eine besonders große Rolle in der Bewertung spielen, was ab kommenden Sommer zwischen dein Sportplatz und der jetzigen Großsporthalle entsteht.
Die nebenan auf dem Rasen spielenden und trainierenden Vereine dürften während der Bauzeit mit keinerlei Einschränkungen zu rechnen haben, meint Batschkus. Bestenfalls hinsichtlich des Parkens direkt vorm Gelände, aber nicht länger als ein Jahr. „Wir setzen alles daran, dass im Juli 2011 in die neue Riethhalle umgezogen und die alte in den Ferien abgerissen werden kann", erläutert der ESB Werksleiter und sieht sich im Plan. Er bezieht sich damit gleichfalls auf die Maßnahmen durch die segensreichen Mittel des Kon-junkturpogramms II. Mit 733 000 Euro werden neben weiteren 1,9 Millionen Euro zur Sanierung von Schulturnhallen bis Ende 2010 eine Reihe von Problemfällen in Erfurt behandelt.
Die Dachsanierung der Möbisburger Schulturnhalle ist bereits abgeschlossen. Nach schleppendem Beginn infolge des langwierigen Genehmigungsverfahrens haben alle Vorhaben grünes Licht bekommen. Bis auf eines, das in der Prioritätenliste ganz weit oben stand. Mit einer äußerlichen Frischzellenkur für den Mittelteil des Umkleidetraktes im Cyriaksgebreite ist es - fast wie erwartet - nicht getan. Ein Gutachten ergab, dass durch die Senkung des Bodens eine grundhafte Erneuerung des gesamten Objekts nötig ist. „Aber wir verschenken kein Geld", betont Batschkus. Mit dem Wissen, dass einige Vorhaben teurer kommen werden und die fürs Gebreite veranschlagten 150 000 Euro dort bessere Verwendung finden, um als Zwischenlösung herzuhalten. Ideen, wie die Anlage im Gebreite einmal aussehen könnte, hat Werksleiter Jens Batschkus bereits, aber eher in Form eines frommen Wunsches. „Da sprechen wir von mehreren Millionen."
Quelle: Thüringer Allgemeine 04.11.2009
Aus Köln berichtet Marion Peters
Köln. (tlz) Hohe Ehre! Im Rahmen des 21. IAKS-Kongresses und der Internationalen Fachmesse für Freiraum, Sport und Bäderanlagen in Köln erhielt die Stadt Erfurt im Kölner Tanzbrunnen den IOC/IAKS Award für beispielhafte Sport- und Freizeitanlagen sowie der IPC/IAKS Sonderpreis für barrierefreie Sportanlagen verliehen.
Aus den Händen des Präsidenten des Internationalen Paralympischen Komitees. Sir Philip Graven, des IOCVizepräsidenten Dr. Thomas Bach, des IAKS-Juryvorsitzenden, Architekt Prof. Carlos Vera Guardia und des IAKSGeneralsekretärs Siegfried Hoymann nahm Dietrich Hagemann, Beigeordneter für Bürgerservice, Sicherheit und Sport der Stadt Erfurt, den begehrten internationalen Architekturpreis in Empfang.
Die mit internationalen Persönlichkeiten besetzte Jury prämierte sieben Arbeiten mit Gold, neun mit Silber, acht mit Bronze und sprach vier lobende Erwähnungen aus.
Der IPC/IAKS Sonderpreis für barrierefreie Sportanlagen ging an zehn Teilnehmer. Die preisgekrönten Objekte befinden sich in 14 Lindern. Die herausragenden Sportstätten waren erwartungsgemäß die der Olympischen und Paralympischen Spiele von Peking. Heraus ragte das Olympiastadion in Peking („Vogelnest"), das sowohl in der Kategorie "Stadien", als auch auf Grund seiner herausragenden Angebote an Sportler und Zuschauer mit einer Behinderung den IPC/IAKS Sonderpreis für barrierefreie Sportanlagen erhielt.
Der IOC/IAKS Award für beispielhafte Sport- und Freizeitanlagen ist der einzige internationale Architekturpreis für Sportstätten und wird im Expertenkreis auch als "Sportstätten-Oscar" bezeichnet. In diesem Jahr nahmen 117 Teams von Betreibern und Planern aus 26 Ländern teil - so viele wie nie zuvor in der 20-jährigen, Geschichte dieses Wettbewerbs.
Die Erfurter Radrennbahn gewann die Silbermedaille in der Kategorie "Spezielle Sportanlagen" und entsprach damit in vollem Umfang den Beurteilungskriterien der Jury in den Bereichen Entwurfskonzept, städtebauliche und landschaftsplanerische Integration, Qualität des Entwurfs, Ökologische Aspekte und Nachhaltigkeit, barrierefreie Zugänglichkeit und Ausstattung der Anlage, qualifizierte Materialwahl und Ausstattung im Hinblick auf Instandhaltung und Pflege, sowie Akzeptanz durch die Nutzer.
Bauherr der Radrennbahn ist der Erfurter Sportbetrieb. Die Planungsgesellschaft „Bauconzept" aus dem sächsischen Lichtenstein erbrachte die Generalplanung (Architektur, Freianlagengestaltung, Tragwerksplanung und Bauleitung) des imposanten Bauwerkes im Norden der Stadt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 5,8 Millionen Euro. Neben dem Beigeordneten Dietrich Hagemann nahmen Architekt Mario Böttcher und Bauconzept-Geschäftsführer Bert Hoffmann den Preis entgegen. Seitens des ESB nahmen der Verwaltungsdirektor Jens Batschkus und Projektleiter Andreas Goldhardt an der Preisverleihung am Mittwoch in Köln teil.
Neuartig, zukunftsgerichtet, beispielhaft, ausgefallen: Mit allerlei Attributen ist die aufwendig sanierte Radrennbahn im Andreasried seit ihrer Wiedereröffnung vor anderthalb Jahren versehen worden. Ab heute kommt ein weiteres Merkmal hinzu.
Von Steffen ESS, ERFURT.
Das Betonoval ist dann preis gekrönt. Im Rahmen des 21. Fachkongresses für Planung, Bau, Modernisierung und Management für Sport- und Freizeitanlagen in Köln nimmt Dietrich Hagemann heute eine silberne Plakette für die Stadt entgegen. „Dieser Preis ist Anerkennung dafür, dass wir bei Neu- und Umbau unserer Sportanlagen stets größten Wert auf den Gleichklang von Architektur und Funktionalität gelegt haben", meinte der Beigeordnete für Bürgerservice, Sicherheit und Sport gestern. Er ist wie die Werksleitung des Erfurter Sportbetriebes (ESB) stolz auf die Ehrung. Ist die Radrennbahn doch eine von weltweit 28 beispielgebenden Sportstätten, die beim seit 1987 zweijährig vergebenen IOC/IAKS Award besondere Anerkennung durch das Internationale Olympische Komitee und die Internationale Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen erhielten. „Es ist der höchste für Sportanlagen. Wir messen uns hier mit den Metropolen der Welt", betont ESB-Werksleiter Jens Batschkus, der heute ebenfalls in Köln dabei ist. Und er sagt es zu Recht. Mit der Ehrung befindet sich die weltweit älteste noch in Betrieb befindliche Radrennbahn etwa auf Augenhöhe mit dem Züri- cher Letzigrund-Stadion oder dem Shanghai Qizhong Forest Sports City Tennis Center. Die drei Anlagen bekamen neben sechs weiteren in verschiedenen Kategorien Silber. Die multifunktionale Arena in Zürich punktete unter den Stadien mit selbstverständlich erscheinender Transparenz. Im Bereich spezieller Anlagen bestach das 15 000 Zuschauer fassende Tennis-Stadion zu Shanghai durch ein bewegliches Dachsystem. Die einfühlsame Vorgehensweise, der Bedeutung der Radrennbahn in Erfurt bei der Modernisierung Rechnung zu tragen, sowie die Konstruktion der Überdachung brachten Thüringens Landeshautstadt und den Planern von Bauconzept (Lichtenstein) Silber in der gleichen Kategorie ein. „Mit der gewählten Konstruktion, wird nicht nur den Radsportfans ein Wetterschutz ger geben, sondern auch dem Radsport in Erfurt eine neue bauliche Identität verliehen. … Die kraftvoll auskragenden Stahlrohrträger lassen schon von weitem erkennen, dass im Innern dieser Sportstätte viel Energie umgesetzt wird", heißt es unter anderem in der Urteilsbegründung durch die Jury. Unter Vorsitz von Prof. Carlos Vera Guardia aus den USA bewertete das international hochkarätig besetzte Gremium aus Architekten, Sportwissenschaftlern und -funktionären im Juli in einem mehrstufigen Auswahlverfahren insgesamt 117 aus 26 Ländern eingereichte Projekte in acht Kategorien von Stadien über Sportplätze, Mehrzweckhallen, Sporthallen, Bäder- und Wellnesseinrichtungen, spezielle Sportstätten, Sportzentren bis hin zu Wintersportanlagen. In der letzten Kategorie wurde Erfurt bereits 2005 geehrt. Die Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle erntete ebenfalls Silber. Dass es vier Jahre später nicht zu Gold reichte stört Jens Batschkus wenig. Ein Architekturpreis hänge nicht zwingend, aber doch immer: auch mit Geld zusammen, sagt der Werksleiter und weiß, dass Investitionen anderer Preisträger für eine Stadt wie Erfurt Utopie sind. Von den 312 Millionen Euro, die das „Vogelnest" in Peking kostete (das :Olympische Stadion war eines der sieben Goldgewinner; ließe sich die Erfurter Radrennbahn fast 54 Mal so grundhaft sanieren wie von 2006 bis 2005. Nicht nur die 5,8 Millionen Euro, selbst die 25, die die Eisschnelllaufhalle als bisher teuerste Sportstätte Erfurts gekostet hat, wirken dagegen wie ein Klacks. Sogar gegenüber dem neuen Eisschnelllauf Center in Kolomna, das 133 Millionen verschlang und den ebenso preisgekrönten Erfurter Vorzeigeobjekten eine seltene Eigenschaft einbringt: preiswert.
28.10.2009
Thüringer Allgemeine
Die 5,8 Millionen Euro für den Neubau der Radrennbahn im Andreasried sind für Erfurt heute Silber wert. Beim Kongress der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeitanlagen (IAKS) in Köln werden die Stadt sowie die Planer von Bauconzept (Lichtenstein) am Mittwoch für die beispielhafte Modernisierung der ältesten Radrennbahn mit der silberne Plakette des IOC/IAKS Award geehrt. Damit erhält zum zweiten Mal eine Erfurter Sportstätte durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die IAKS dieses architektonische Gütesiegel. 2005 wurde die 25 Millionen teure Eisschnelllaufhalle ebenfalls mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Insgesamt 117 Projekte aus 26 Ländern bewertete die internationale Jury aus Architekten, Sportwissenschaftlern und -funktionären und vergab entsprechend des Sportanlagentyps in acht Kategorien 28 Preise. Die Redrennbahn wurde unter den speziellen Sportanlagen ausgezeichnet.
Von Steffen ESS
Erfurt. (ta)
Das allgemeine Stöhnen angesichts der Wirtschaftslage hält an. Die Erfurter Sportanlagen erleben dagegen in Kürze einen enormen Aufschwung. Bis 2010 wird saniert wie lange nicht. „Energetische Sanierung einschließlich Folgemaßnahmen.“ So heißt das Zauberwort, das in diesem und im kommenden Jahr durch das bundesweite Konjunkturprogramm Investitionen in der Infrastruktur ermöglicht, die sonst noch Jahre in der Warteschleife stünden. Fünf Turnhallen profitieren vom Förderpaket der Bundesregierung und darüber hinaus kleinere Maßnahmen an 15 Sportanlagen. Ein kleiner Haken ist dennoch wie überall dabei. Genau genommen mehr als einer. „Wir sind alle nicht glücklich mit der Situation“, meint Andreas Malur. Die Zuschüsse von Bund und Land, die 75 Prozent der im Konjunkturprogramm für Erfurt zur Verfügung stehenden 23,4 Millionen Euro tragen, stellen auch für den Werksleiter des Erfurter Sportbetriebes einen Segen dar. Nur sieht er den Zeitplan in Gefahr, die dem Sportbetrieb (ESB) in Aussicht gestellten 733 000 Euro auch bis Ende 2010 einsetzen zu können.
Die Bescheide stehen noch aus und die Sommerferien, in denen hier und da schon angefangen werden sollte, sind so gut wie vorbei. „Die Pause wollten wir eigentlich nutzen“, hätte sich der ESB-Werksleiter einen unkomplizierteren Verfahrensweg gewünscht. Genau 15 Einzelvorhaben hat der Sportbetrieb in einer Prioritätenliste zusammengestellt und eingereicht. Seit mehr als zwei Monaten wartet er auf grünes Licht seitens des Landesverwaltungsamtes. Das prüft jede Maßnahme. Vor allem, weil die Fördermittel zweckgebunden sind. Reduziert sind sie auf Sanierungsvorhaben im energetischen Bereich. Dem ESB kommen die Bedingungen entgegen. Die Erneuerungen von Fenstern, Fassaden, Dächern und Heizungsanlagen, um die es sich in erster Linie in der Aufschlüsselung der 15 Bauvorhaben dreht, bringen Einsparungen im Nachhinein und entlasten über Jahre danach das Budget. Ausgerechnet die kostenintensivste und eine der wichtigsten Maßnahmen droht allerdings ins Hintertreffen zu geraten.
Mit zirka 150 000 Euro sollte der Mittelteil des Umkleidetraktes im Cyriaksgebreite eine bitter nötige Frischzellenkur erhalten. Doch wurden weitere Mängel festgestellt. Ein Gutachten soll nun Aufschluss geben, ob es sinnvoller wäre, ganz über einen Neubau nachzudenken. „Der ist aber nicht förderfähig durch das Konjunkturprogramm“, beschreibt Malur die Zwickmühle. Es ist nicht die einzige, in der sich der Sportbetrieb befindet. An Alternativen, wo die Gelder gebraucht werden, fehlt es nicht. Das zeigt der zweite Teil der Prioritätenliste, der greift, wenn eine Maßnahme abgelehnt wird. Der Zeitverzug macht Andreas Malur jedoch Sorgen.
Um so länger sich die Genehmigung hinzieht, umso mehr verschieben sich Ausschreibung und Baubeginn. Und die Fördermittel sind zweigeteilt. 433 000 Euro sollen 2009 fließen, 300 000 Euro im kommenden Jahr. Und wer kann es sich schon leisten, geschenktes Geld brach liegen zu lassen. „Ob wir alles umsetzen können, bleibt aber abzuwarten“, meint Malur und begründet seine Zweifel auch damit, mit der Planung, Bearbeitung und Ausführung der vielen Maßnahmen in kurzer Zeit auch personell an die Grenzen zu stoßen. „Aber wir rechnen mit einer baldigen Entscheidung“, hofft Malur. Die ist für den Bildungsbereich bereits gefallen. „Die Weichen sind gestellt. Ab September bricht die Konjunktur los“, frohlockt Karl-Heinz Siegel vom Hochbauamt. In Sachen Schulen ist er einen Schritt weiter als der Sportbetrieb. Der indes profitiert indirekt mit. Von den knapp 10 Millionen Euro für Schulgebäude werden 1,9 Millionen zur Sanierung von Turnhallen genutzt (siehe Fotos oben). 250 000 fließen in die Sporthalle der Grundschule 6 in der Hans-Sailer-Straße, 400 000 Euro ins Förderzentrum Mitte in der Karlstraße. 300 000 Euro der außerplanmäßige Mittel sind für die Halle in Möbisburg vorgesehen. „Die akuten Fälle“, wie der städtische Schulbau-Spezialist Norbert Busse vor zwei Jahren schon die Hallen in der Blumen- (Europaschule) und Riethstraße (Grundschule 22) bezeichnete, bekommen endlich eine Behandlung. Eine äußerliche sichtbare zumindest. „Das Problem ist, wir reden im wesentlichen nur von der Hülle und daraus resultierenden Folgemaßnahmen“, sieht auch Siegl in den Forderungen des Konjunkturpakets eine Schattenseite. Eine Sanierung der Sanitäranlagen etwa ist nicht möglich. „Wir brauchen noch ein Stück, bis die Hallen wirklich generalüberholt sind“, weiß er und ist froh, dass zumindest in Möbisburg durch die Zugabe von 160 000 Euro der Stadt eine Komplettlösung gefunden ist.
Auf die müssen andere Hallen warten. Für die am Rabenhügel kommt derweil das Konjunkturpaket zu spät. Sie ist letztes Jahr geschlossen worden und ist ein trauriger Beleg, dass nach wie vor erheblicher Nachholbedarf bei der Sanierung der Schulturnhallen besteht. Vor zwei Jahren schon wiesen 20 Hallen große Mängel auf. Um die zu beseitigen, wären damals mehr als sieben Millionen Euro nötig gewesen. Heute reichten die wohl nicht mehr. Immerhin fünf Hallen von der damaligen Problemliste erhalten durch die Bundeshilfe eine Energiekosten senkende Hülle. Mit der bereits begonnenen Sanierung der Hallen in Gispersleben (Gubener Straße/ Kosten: 480 000 Euro) und in der Kartäuser Straße (565 000 Euro) sowie der laut Siegl „statischen Ertüchtigung“ der Halle in der Halleschen (Regelschule 1) und der in der Geraaue (sie stand 2007 nicht mal in der Liste), hat sich die Stadt auch mittels anderer Investitionsprogramme weiterer schwerer Fälle angenommen. „Wenn wir das alles durchhaben, sind die größten Problemfälle geschafft“, sagt Siegl und ist dankbar. Denn seit das Land Anfang 2005 das Schulsportsanierungsprogramm eingestellt hat, ist der damalige Investitionsstau gewachsen. „Wir sind froh, dass wir über das Konjunkturpaket wenigstens etwas machen können“, so Siegl. Er sieht allerdings trotz aller Vorteile wie der ESB-Werksleiter einen Makel.: Durch die große Dichte der Bauvorhaben befürchten sie, dass die Preise mit der Nachfrage in die Höhe schnellen. Das Konjunkturprogramm will Malur trotzdem nicht ansatzweise in Frage stellen. Ermöglicht es doch, für kurze Zeit mehr als nur das seit Jahr und Tag anhaltende „Notprogramm bei der Unterhaltung der Sportanlagen“ zu fahren. „Eine kontinuierliche Aufwertung der Unterhaltssumme würde uns aber mehr helfen“, sagt Andreas Malur. Rund 600 000 Euro pro Jahr allein für investive Maßnahmen (300 000 Euro mehr als bisher) schweben dem Werksleiter des Sportbetriebes vor.
Bei der Summe verschlägt es Amtsleiter Dr. Alfred Müller von der Stadtkämmerei fast den Atem. „Im Moment haben wir einen gigantischen Steuereinbruch. Ohne diese Fördermittel wüssten wir überhaupt nicht, wie etwas gehen sollte“, beschreibt er die dramatische Kassenlage und sieht die Gelder aus dem Konjunkturpaket umso mehr als Glücksfall.
Vielleicht ein einmaliger auf Jahre.
ANGEMERKT
Nachlegebedarf
Von Steffen ESS
Die kriselnde Wirtschaft hat eine gute Seite − für den Sport. Die im Konjunkturprogramm II allein für Erfurter Sportstätten verankerten 70 0000 Euro klingen bei der Gesamtsumme von 23,4 Millionen zwar nicht viel. Doch steckt mehr als Stückwerk maroder Sportanlagen dahinter. Unter dem Deckmantel der Schulinfrastruktur fließen in den nächsten beiden Jahren in fünf Sporthallen knapp zwei Millionen Euro, um diese auf Vordermann zu bringen. Den realen Blick sollte der warme Geldregen allerdings nicht trüben. Nicht nur, dass es in erster Linie um die Hülle und nicht ums Innenleben der Hallen geht.
Trotz der zusätzlichen Sanierungsprojekte in Erfurt ist der Nachlegebedarf bei mehr als der Hälfte der Turnhallen noch groß, die vor zwei Jahren − und länger schon − bereits eine Hilfe benötigt hätten. Passiert ist nicht viel, seit 2007 sieben Millionen Euro im Raum standen, um die Missstände an den Schulturnhallen zu beseitigen. Und bis auf ein kurzes Strohfeuer, als diese mit ernüchternden Zahlen unterlegt wurden, fühlte sich im Stadtparlament kaum jemand genötigt, dem gern zitierten Politikersatz „Erfurt sei eine Sportstadt“ mit vehementem Drängen auf bessere Bedingungen im Basissport Ausdruck im Handeln zu verleihen.
Die Basisarbeit im Sportunterricht wird sich zumindest in ein paar Hallen verbessern. Deswegen lässt es sich verschmerzen, dass in den Sport direkt bloß drei Prozent der 23 Millionen fließen. So einfältig es klingen mag. Im Sinne vieler verschlissener Sportstätten, deren Sanierung die Kommunen allein nicht schultern können, möge die Wirtschaftsflaute noch etwas anhalten.
Erfurt. (tlz) Urlaub und Instandsetzung: Auch im Erfurter Sportbetrieb (ESB) sind die Sommerferien dafür der optimale Zeitraum - keine Wettkämpfe, kein Training. Wer dennoch Hallen- oder Platzzeiten braucht, hat es von diesem Jahr an leichter. Haben doch ESB, Stadtsportbund (SSB), Amt für Bildung sowie Amt für Grundstücks- und Gebäudeverwaltung einvernehmlich festgelegt, nach welchen Kriterien Zeiten in den Ferien vergeben werden.
Wer Trainingszeiten für die Wettkampf- oder Saisonvorbereitung braucht und das durch eine Bestätigung des Fachverbandes der jeweiligen Sportart nachweisen kann, wird nach den Richtlinien des Sportfördergesetzes berücksichtigt, sprich: Die Halle kann entgeltfrei genutzt werden. Zwei von den zehn Anträgen, die dem ESB in diesem Jahr vorlagen, entsprachen diesen Kriterien: "Die anderen haben wir an die genannten Ämter weitergeleitet bzw. die Antragsteller haben selbst zurückgezogen", sagte Andreas Malur, 1. Werkleiter des ESB, der TLZ. Denn wer die Kriterien nicht erfüllt, kann dennoch Zeiten bekommen - aber gegen Bezahlung laut Tarifordnung, weil das Sportfördergesetz nicht greift.
Vier Hallen stellt das Amt für Bildung in den Ferien zur Verfügung: "Ist der Bedarf höher, kann aufgestockt werden, das war aber bislang nie der Fall", sagt Malur. Der 31. Mai war in diesem Jahr der Stichtag, zu dem die Anträge auf Hallenzeiten in den Ferien hätten vorliegen müssen, "denn wir müssen ja die Dienstpläne erstellen", erklärt der Werkleiter, dass ja auch Personal in den Hallen vor Ort sein muss, sollen sie genutzt werden können. Viele stellten ihre Anträge sehr kurzfristig; das betreffe aber meist private Anbieter.
Tiefenlockern, Besanden, Düngen, Säen hingegen sind die Stichworte für die Rasenplätze: Zwölf wurden während der Sommerferien in die Kur genommen. Im Steigerwaldstadion, an der Grubenstraße, im Borntal, im Cyriaksgebreite, am Johannesplatz, in Berliner und Essener Straße sowie An der Lache und in Kerspleben war Ausweichen auf andere Plätze angesagt, damit in der neuen Saison alles wieder rund läuft.
Ankündigung TLZ - Seite 1 :
Von der Garage bis zur Tribüne
Sommerinstandsetzung bei Sportstätten
Von Anette Elsner
Erfurt. (tlz)
Sommerzeit ist Instandsetzungszeit auch bei den Sportanlagen der Landeshauptstadt. In die Kur nimmt der Erfurter Sportbetrieb (ESB) während dieser Zeit nahezu alles von der Garage bis zur Tribüne. Neben zwölf Rasenplätzen wird im Freien u. a. an der Kanustation am Nettelbeckufer gearbeitet, die Außenbeleuchtung repariert. An der Nördlichen Geraaue wird eine Garage umgesetzt, das Gelände am Flughafen bekommt eine Ballfanganlage. Instandgesetzt wird die Beleuchtung der Trainingshalle Süd, zudem wird ihre Außentreppe repariert. In der Essener Straße werden die Bodenfliesen im Umkleidebereich an der Radrennbahn wird ein Zaun gebaut, in der Riethhalle und in der Thüringenhalle werden jeweils die Beleuchtung instandgesetzt und das Mängelprotokoll abgearbeitet. Letzteres trifft auch für die Garagen am Stadion zu – und am Stadion in vollem Gange, nicht nur während der Ferien, mittlerweile 36 Jahre alten Rollschuhbahn, der insgesamt 272 000 Euro kostet. Lokalteil
Von Anette Elsner
Erfurt. (tlz)
"Es passt hin!" - und weder der Aschenplatz noch die Kegelbahn müssen weichen, wenn neben der maroden Riethsporthalle der Ersatzneubau entsteht und sie erst abgerissen wird, wenn dieser fertig ist. Mit diesen Worten konnte Andreas Malur gestern im "Café Vilnius" besorgte Sportler beruhigen: Damit in der Riethhalle weiter Sport getrieben werden kann und gleichzeitig der Neubau wächst, werde die Essener Straße verkürzt, erklärte der 1. Werkleiter des Erfurter Sportbetriebes beim CDU-Bürgerforum, das den Hallenneubau zum Thema hatte. Die Essener Straße werde vor dem Sportgelände enden, alte Garagen und das Trafohäuschen müssten weichen - dann passe alles samt sechs Metern Abstand zwischen den Hallen für die Baufreiheit.
Malur stellte das 10,5-Millionen-Euro-Vorhaben vor, das vom Land mit rund 40 Prozent gefördert werden kann und im Herbst 2011 die 37 Jahre alte Riethhalle ablösen soll (TLZ berichtete mehrfach). Leisten kann die Stadt sich das nicht, deshalb ist das Ganze zudem Modellprojekt: Als ÖPP wird es verwirklicht, als Öffentlich-Private-Partnerschaft. Ein privater Investor baut die Halle, die Stadt zahlt feste monatliche Raten für Betriebskosten und Abschreibungen, Werterhaltung ist überdies Bestandteil des Vertrages, der 25 Jahre laufen soll. Selbst wenn die Stadt das Geld hätte, die Halle selbst zu bauen, würde das wegen anderer Förder-, Kredit- und Vergabebedingungen bis zu neun Prozent teurer als mit ÖPP, war die Antwort, als Bedenken laut wurden, ob dieses Modell tatsächlich seriös und preiswerter sei. Überdies könne Erfurt als Mitglied eines bundesweiten Vergleichsringes von Erfahrungen bei anderen Projekten profitieren - und Investoren ständen ebenfalls in den Startlöchern, die Ausschreibung werde vorbereitet.
1500 Sitzplätze, davon 500 mobile, fernsehtaugliche Beleuchtung, VIP-Räume und vor allem beste Bedingungen für Kegler, Turner, Ball- und alle Sportarten, die derzeit in der Riethhalle zu Hause sind, soll es geben - sowie Parkplätze auf der Fläche der alten Halle. Geschehen wird das alles im Einklang mit den Sportvereinen: Mit ihnen ist über ihre Bedürfnisse im Vorfeld geredet worden.
von: Michael Keller ERFURT (mke).
42 Millionen Euro, so wird geschätzt, würde ein Umbau des Steigerwaldstadions zu einem Hybridstadion kosten. Viel zu viel für eine mittelmäßige Drittliga-Fußballmannschaft, sagen Kritiker. "Es gibt offenbar in der Stadt einen Unterschied zwischen öffentlicher Wahrnehmung und tatsächlichen Gegebenheiten." Andreas Malur, Chef des Erfurter Sportbetriebes (ESB), sagt das ganz bewusst, bevor er seine Unterlagen auspackt. Denn die sprechen eine ganz andere Sprache. Während Kritiker meinen, das neue Stadion werde nur für die erste Mannschaft des FC Rot-Weiß gebaut, weisen die Stadionbelegungspläne aus, dass die Baumann-Elf höchstens sechs Stunden im Monat Nutzer ist. "Pro Woche frequentieren in der Hauptsaison zwischen 1. Mai und 24. Juni Fußballer das Steigerwaldstadion für 30 Stunden, Leichtathletik und Schul- bzw. Dienstsport kommen auf 120", sagt Malur.
Der ESB-Chef zählt die Nutzer auf: Zwölf Vereine, Olympiastützpunkt, Sportgymnasium, drei Berufsschulen, vier Gymnasien, Polizei und Feuerwehr mit Dienstsport, die Sportlehrerausbildung der Universität, nebst Sportfesten von Grundschulen. "Wir kommen so insgesamt auf ein Verhältnis Fußball zu Leichtathletik von 1:4", rechnet Andreas Malur vor.
Deswegen habe man von Anfang an die Hybridvariante favorisiert. Offenbar habe man aber, weil RWE-Präsident Rolf Rombach den Stein ins Rollen gebracht hat, seitens der Kritiker gemeint, er wolle das Stadion nur für seine Drittligakicker. "Ein Irrtum, aber mit dieser Neiddiskussion muss man leben", sagt Malur bedauernd. Jeder sollte sich aber vielleicht selbst überzeugen. "Einfach mal tagsüber in der Woche ins Stadion gehen und beobachten", so die Empfehlung des ESB-Chefs. Er weist zudem jeden Vorwurf zurück, die errechneten Kosten für eine Sanierung des Stadions - zwischen sieben und acht Millionen Euro - seien weder realistisch noch belastbar. "Falsch, damit würden wir nur die Forderungen des DFB erfüllen", hält Malur dagegen und zitiert aus dem Katalog: Dammkrone befestigen, Bänke raus, Sitzschalen rein, dafür den Unterbau erneuern, Innen- und Außenzaun erneuern, Videoüberwachung, Rasenheizung, Sanitäranlagen in den Stadionsektoren.
Wer meine, das sei billiger zu haben, irre. Warum also nicht den ohnehin fälligen Betrag nehmen und mit Fördermitteln gleich ein neues Stadion bauen.
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Erfurter Sportbetrieb
Friedrich-Ebert-Str. 60, 99096 Erfurt
Tel: 0361 / 655 30 01 - FAX 0361 / 655 30 09
| Montag | 9 - 12 Uhr und 13 - 17 Uhr |
| Dienstag | 9 - 12 Uhr und 13 - 18 Uhr |
| Mittwoch | 9 - 12 Uhr und 13 - 17 Uhr |
| Donnerstag | 9 - 12 Uhr und 13 - 17 Uhr |
| Freitag | 9 - 12 Uhr und 13 - 14 Uhr |
Downloads
Hier finden sie einige Broschüren, Informationen
und Formulare des Erfurter Sportbetriebes zum downloaden.
Ansprechpartner und die Möglichkeit zum schnellen Kontakt finden Sie hier

