Neue Zeitrechnung
Thüringer Allgemeine vom 01.10.2011, Sport
Ganz Thüringen freut sich über die neue Riethhalle in Erfurt, die für 10 Millionen Euro echte Maßstäbe setzt.
Einweihung morgen mit dem Champions-League-Spiel des Thüringer HC gegen Podgorica
Von Steffen Ess Erfurt.
An die 15 Meter hoch Tonnen von Kies, die sich vor Wochen noch auftürmten. Die beinahe täglich schwindende Höhe des Berges ließ an der Essener Straße den Tag der Fertigstellung immer näher rücken.
Die letzte Baggerschaufel ist verfüllt und die „Kiesuhr“ abgelaufen. Eine neue Zeitrechnung bricht an.
Nur wenige Meter entfernt, wo 35 Jahre lang die seinerzeit noch als eine der modernsten Sportstätten geltende Großsporthalle Rieth stand, lässt eine neue Arena das Erfurter Sportlerherz höher schlagen.
Nach der 2001 in Betrieb genommenen und bundesweit Maßstäbe setzenden Eisschnelllaufhalle im Süden ist die Landeshauptstadt im Norden mit dem Ersatzneubau der Riethhalle an der Essener Straße um ein Zierstück reicher.
Viele Thüringer Mannschaften, ob Handballer, Basketballer oder Turner werden in den nächsten Monaten in dem Schmuckstück ihre Wettbewerbe austragen dürfen.
Die Vorfreude bei den schon Schlange stehenden Ballsportvereinen jedenfalls ist groß.
Und nicht minder bei den rund tausend Schülern des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Sie beziehen mit den Vereinen ab Dienstag den weiß-roten Bau.
Ihm steht bei der Feuertaufe mit dem Champions-League-Spiel der THC-Handballerinnen gegen Podgorica am Sonntag (15 Uhr) vorher eine Prüfung auf Herz und Nieren bevor.
Zäune säumen die Halle. Abgenommen ist sie seit Donnerstag, der Bauträger Bilfinger Berger aus der Pflicht, nachdem das Protokoll unterzeichnet worden ist. Keine Mängel, „die den Betrieb gefährden könnten“, sagt Jens Batschkus. Ihm fällt ein Stein vom Herzen, die Anspannung beim Verwaltungsdirektor des Erfurter Sportbetriebes (ESB) als Vertreter des Bauherrn ist dennoch riesengroß.
Die Riethhalle, ein Zehn-Millionen-Euro-Projekt, das vom Land Thüringen mit vier Millionen gefördert wurde, ist so et- was wie sein Kind. Es hat ihn mehr als drei Jahre intensiv beschäftigt. Bei einem Objekt in dieser Größenordnung und in der Kürze von nur 13-monatiger Bauzeit ist allerdings keiner vor Kinderkrankheiten gefeit.
Dass der Thüringer HC mal ein Bundesliga-Spiel in der neuen Riethhalle ausrichtet, hat er im Stillen gehofft. „Aber wer hätte vorab schon mit einem Champions-League-Spiel gerechnet?“, fragt Batschkus und bleibt stehen. Er kratzt und wischt über einen kleinen Schmutzfleck am Türrahmen.
„Es muss erstmal alles sauber sein.“ Dabei wirkt alles um ihn herum wie geleckt und riecht frisch renoviert. Gearbeitet wird dennoch fieberhaft.
Der vom europäischen Handball-Verband für internationale Spiele vorgeschriebene Boden wird ausgelegt. 34 zweieinhalb Zentner schwere Rollen. Neben den Helfern des Thüringer Handball-Clubs haben auch einige Handwerker alle Hände voll zu tun. Hier wird noch gepinselt, dort geputzt, draußen gebohrt, geschraubt, gepflastert.
Die Fertigstellung ist eigent- lich für den Schuljahresbeginn vorgesehen gewesen, vor allem infolge des schneereichen und langen Winters aber auf die zweite Oktoberwoche korrigiert worden. Durch das unverhoffte Champions-League- Spiel hieß es, umso mehr Gas zu geben. „Am Ende ist in zwei Schichten gearbeitet worden“, blickt Batschkus zurück. Was die Gewerke unter Bauleiter Uwe Köbis auch angesichts des enormen Zeitdrucks geschaffen haben, beeindruckt ihn.
„Ich musste vorher zehn Minuten sitzen und den Blick schweifen lassen“, gesteht Jens Batschkus nach der Abbahme.
Über ihm die tonnenschweren hellen Holzleimbinder, die sich über die Zuschauerränge spannen, hüben wie drüben die schneeweißen Sitzschalen, von denen sich die Spielfläche kom- plett einsehen lässt, viel Weiß an den Wänden. Das Farbkonzept, dass die Großsporthalle innen etwas steril erscheinen lässt, sei bewusst gewählt worden. Auch ohne angeschaltete Lampen ist es taghell.
„Für den Schulsport beispielsweise brauchen wir kein Licht“, erklärt Batschkus. Dass der Neubau 15 Prozent unter den vorgeschriebenen Richtlinien der Energiesparverordnung läge und auf Funktionalität getrimmt zu sein scheint, bringt geringere Betriebskosten.
Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach soll die zusätzlich senken. Die Module müssen nur noch montiert werden.
Bis Autos auf der kiesverfüllten Grube der abgerissenen Riethhalle parken können, wird es sich noch etwas hinziehen.
Parken ist morgen nur am Schweitzer-Gymnasium und auf dem ReWe-Parkplatz möglich.
In Kürze aber können die Schüler des Schweitzer-Gymnasiums das gesamte, mit einer modernen Leichtathletik zusätzlich aufgewertete Sportgelände bereits nutzen. Das Kunststoffspielfeld kann unterdessen schon bezogen werden wie das Prunkstück Halle.
Es unterscheidet sich von der einstigen Studie. Dass statt ein seitig auf beiden Seiten Tribünen entstanden, erscheint im Nachhinein als Glücksfall. Sie fordert der Europäische Handballverband für die Champions League, die die neue Riethhalle am Sonntag zur international beachteten Bühne macht.
„Es ist ein Start, der bei 120 Prozent liegt“, sagt Batschkus und drückt die Daumen. Eigentlich hätte er sich eine ruhigere Anlaufzeit des Trainings- und Spielbetriebes gewünscht.
Es könnte eine holprige werden. Aber ein sportlicher Hochkaräter zu Beginn einer neuen Zeitrechnung, vermutlich bei vollem Haus, findet viel Beachtung im Fernsehen. „Was will man in Erfurt eigentlich mehr?“
Ganz Thüringen freut sich über die neue Riethhalle in Erfurt, die für 10 Millionen Euro echte Maßstäbe setzt.
Einweihung morgen mit dem Champions-League-Spiel des Thüringer HC gegen Podgorica
Von Steffen Ess Erfurt.
An die 15 Meter hoch Tonnen von Kies, die sich vor Wochen noch auftürmten. Die beinahe täglich schwindende Höhe des Berges ließ an der Essener Straße den Tag der Fertigstellung immer näher rücken.
Die letzte Baggerschaufel ist verfüllt und die „Kiesuhr“ abgelaufen. Eine neue Zeitrechnung bricht an.
Nur wenige Meter entfernt, wo 35 Jahre lang die seinerzeit noch als eine der modernsten Sportstätten geltende Großsporthalle Rieth stand, lässt eine neue Arena das Erfurter Sportlerherz höher schlagen.
Nach der 2001 in Betrieb genommenen und bundesweit Maßstäbe setzenden Eisschnelllaufhalle im Süden ist die Landeshauptstadt im Norden mit dem Ersatzneubau der Riethhalle an der Essener Straße um ein Zierstück reicher.
Viele Thüringer Mannschaften, ob Handballer, Basketballer oder Turner werden in den nächsten Monaten in dem Schmuckstück ihre Wettbewerbe austragen dürfen.
Die Vorfreude bei den schon Schlange stehenden Ballsportvereinen jedenfalls ist groß.
Und nicht minder bei den rund tausend Schülern des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Sie beziehen mit den Vereinen ab Dienstag den weiß-roten Bau.
Ihm steht bei der Feuertaufe mit dem Champions-League-Spiel der THC-Handballerinnen gegen Podgorica am Sonntag (15 Uhr) vorher eine Prüfung auf Herz und Nieren bevor.
Zäune säumen die Halle. Abgenommen ist sie seit Donnerstag, der Bauträger Bilfinger Berger aus der Pflicht, nachdem das Protokoll unterzeichnet worden ist. Keine Mängel, „die den Betrieb gefährden könnten“, sagt Jens Batschkus. Ihm fällt ein Stein vom Herzen, die Anspannung beim Verwaltungsdirektor des Erfurter Sportbetriebes (ESB) als Vertreter des Bauherrn ist dennoch riesengroß.
Die Riethhalle, ein Zehn-Millionen-Euro-Projekt, das vom Land Thüringen mit vier Millionen gefördert wurde, ist so et- was wie sein Kind. Es hat ihn mehr als drei Jahre intensiv beschäftigt. Bei einem Objekt in dieser Größenordnung und in der Kürze von nur 13-monatiger Bauzeit ist allerdings keiner vor Kinderkrankheiten gefeit.
Dass der Thüringer HC mal ein Bundesliga-Spiel in der neuen Riethhalle ausrichtet, hat er im Stillen gehofft. „Aber wer hätte vorab schon mit einem Champions-League-Spiel gerechnet?“, fragt Batschkus und bleibt stehen. Er kratzt und wischt über einen kleinen Schmutzfleck am Türrahmen.
„Es muss erstmal alles sauber sein.“ Dabei wirkt alles um ihn herum wie geleckt und riecht frisch renoviert. Gearbeitet wird dennoch fieberhaft.
Der vom europäischen Handball-Verband für internationale Spiele vorgeschriebene Boden wird ausgelegt. 34 zweieinhalb Zentner schwere Rollen. Neben den Helfern des Thüringer Handball-Clubs haben auch einige Handwerker alle Hände voll zu tun. Hier wird noch gepinselt, dort geputzt, draußen gebohrt, geschraubt, gepflastert.
Die Fertigstellung ist eigent- lich für den Schuljahresbeginn vorgesehen gewesen, vor allem infolge des schneereichen und langen Winters aber auf die zweite Oktoberwoche korrigiert worden. Durch das unverhoffte Champions-League- Spiel hieß es, umso mehr Gas zu geben. „Am Ende ist in zwei Schichten gearbeitet worden“, blickt Batschkus zurück. Was die Gewerke unter Bauleiter Uwe Köbis auch angesichts des enormen Zeitdrucks geschaffen haben, beeindruckt ihn.
„Ich musste vorher zehn Minuten sitzen und den Blick schweifen lassen“, gesteht Jens Batschkus nach der Abbahme.
Über ihm die tonnenschweren hellen Holzleimbinder, die sich über die Zuschauerränge spannen, hüben wie drüben die schneeweißen Sitzschalen, von denen sich die Spielfläche kom- plett einsehen lässt, viel Weiß an den Wänden. Das Farbkonzept, dass die Großsporthalle innen etwas steril erscheinen lässt, sei bewusst gewählt worden. Auch ohne angeschaltete Lampen ist es taghell.
„Für den Schulsport beispielsweise brauchen wir kein Licht“, erklärt Batschkus. Dass der Neubau 15 Prozent unter den vorgeschriebenen Richtlinien der Energiesparverordnung läge und auf Funktionalität getrimmt zu sein scheint, bringt geringere Betriebskosten.
Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach soll die zusätzlich senken. Die Module müssen nur noch montiert werden.
Bis Autos auf der kiesverfüllten Grube der abgerissenen Riethhalle parken können, wird es sich noch etwas hinziehen.
Parken ist morgen nur am Schweitzer-Gymnasium und auf dem ReWe-Parkplatz möglich.
In Kürze aber können die Schüler des Schweitzer-Gymnasiums das gesamte, mit einer modernen Leichtathletik zusätzlich aufgewertete Sportgelände bereits nutzen. Das Kunststoffspielfeld kann unterdessen schon bezogen werden wie das Prunkstück Halle.
Es unterscheidet sich von der einstigen Studie. Dass statt ein seitig auf beiden Seiten Tribünen entstanden, erscheint im Nachhinein als Glücksfall. Sie fordert der Europäische Handballverband für die Champions League, die die neue Riethhalle am Sonntag zur international beachteten Bühne macht.
„Es ist ein Start, der bei 120 Prozent liegt“, sagt Batschkus und drückt die Daumen. Eigentlich hätte er sich eine ruhigere Anlaufzeit des Trainings- und Spielbetriebes gewünscht.
Es könnte eine holprige werden. Aber ein sportlicher Hochkaräter zu Beginn einer neuen Zeitrechnung, vermutlich bei vollem Haus, findet viel Beachtung im Fernsehen. „Was will man in Erfurt eigentlich mehr?“
Mit Notausgang für Schiedsrichter
Thüringer Allgemeine vom 24.03.2011, Lokalsport Erfurt
Die Neugierde war groß. Nach dem runderneuerten Restaurant Vilnius, in dessen Räumen am Dienstagabend die Bürger ihre Fragen loswerden konnten, scheint der Gegenstand des Forums das nächste Schmuckstück im Erfurter Norden zu werden: die neue Riethsporthalle.
Erfurt. Wahrscheinlich wird sie auch Riethsporthalle heißen. "Ein Antrag auf einen anderen Namen liegt uns nicht vor", sagte Stadträtin Karola Stange. Immerhin: Oberbürgermeister Andreas Bausewein hatte sogar von der "modernsten Sporthalle Thüringens" gesprochen. Wie die konkret aussehen wird, versuchte Jens Batschkus, Verwaltungschef im Erfurter Sportbetrieb, deutlich zu machen.
Die Hauptspielfläche ist dreiteilbar, wobei die Drittel mit Vorhängen abgetrennt nd separat genutzt werden können. Der Linoleumbelag erfüllt die Anorderungen für höherklassige Spiele im Handball und Volleyball. Sollte es einst auch höherklassigen Basketball in Erfurt geben, könne man Batschkus zufolge einen temporären Parkettboden aufziehen. Neben der großen Fläche gehören zur Ausstattung Turnsaal, Kraftraum, Ballettsaal, eine moderne Vier-Bahnen-Kegelanlage sowie ein Billardzimmer mit sechs Tischen.
"Gibt es auch einen Notausgang für Schiedsrichter?", das wollte zu allgemeiner Erheiterung ein Diskussionsteilnehmer wissen. Eigentlich schon. Denn die Zugänge für Sportler und Zuschauer sind jeweils separat.
Die neue Rietsporthalle bietet Platz für bis zu 1250 Zuschauer. "Jede Tribünenseite verfügt über 500 Sitzplätze, je nach Bedarf kann nur eine Seite genutzt werden oder auch beide", sagte Batschkus, "bei großen Ereignissen können 250 Plätze auf einer ausfahrbaren Tribüne zusätzlich genutzt werden."
Ihre erste große Bewährungsprobe erlebt die Halle am 14. und 15. Oktober mit den Deutschen Meisterschaften im Radball, Radpolo und Kunstradfahren. Zudem wird die Riethhalle Heimstatt für die Volleyballerinnen des SWE-Teams. Ob in der 1. oder 2. Bundesliga, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Im Prinzip sei auch die Austragung von Spielen des Thüringer HC denkbar, der seine Handball-Erstligaspiele derzeit in Bad Langensalza austrägt. Dort können aber die Anforderungen für internationale Spiele nicht erfüllt werden in der neuen Riethhalle schon. Europacupspiele kommen auf den THC im Fall des Meistertitels jedenfalls zu.
Die technischen Voraussetzungen für Fernsehübertragungen sind vorhanden. Alle Sportvereine, die in der alten Riethhalle Training und Wettkämpfe abgehalten haben, werden auch in der neuen ihren Platz haben. Sollte es Bedarf von bisherigen Nichtnutzern geben, wäre dieser Batschkus zufolge bis 31. Mai anzumelden und würde geprüft.
Der ESB-Vizechef rechnet mit pünktlicher Fertigstellung bis zum August. In dem Moment, da die neue Halle ihren Betrieb aufnimmt, wird die alte geschlossen und abgerissen. An ihrer Stelle entstehen Parkmöglichkeiten für 150 Pkw.
Doch das ist nicht die einzige Veränderung außerhalb der neuen Halle, auch der ehemalige TVI-Sportplatz in der Essener Straße wird generalüberholt. Im Ergebnis entsteht ein Leichtathletik-Stadion mit 400-Meter-Kunststoffbahn (vier Laufbahnen), Sprung- und Wurfanlagen. Batschkus: "Dort können dann auch Wettkämpfe bis auf nationalem Niveau ausgetragen werden." Die Laufbahn werde auch interessierten Breitensportlern für das spontane Training zur Verfügung stehen.
Matthias Opatz
Quelle: Thüringer Allgemeine vom 24.03.2011
Die Neugierde war groß. Nach dem runderneuerten Restaurant Vilnius, in dessen Räumen am Dienstagabend die Bürger ihre Fragen loswerden konnten, scheint der Gegenstand des Forums das nächste Schmuckstück im Erfurter Norden zu werden: die neue Riethsporthalle.
Erfurt. Wahrscheinlich wird sie auch Riethsporthalle heißen. "Ein Antrag auf einen anderen Namen liegt uns nicht vor", sagte Stadträtin Karola Stange. Immerhin: Oberbürgermeister Andreas Bausewein hatte sogar von der "modernsten Sporthalle Thüringens" gesprochen. Wie die konkret aussehen wird, versuchte Jens Batschkus, Verwaltungschef im Erfurter Sportbetrieb, deutlich zu machen.
Die Hauptspielfläche ist dreiteilbar, wobei die Drittel mit Vorhängen abgetrennt nd separat genutzt werden können. Der Linoleumbelag erfüllt die Anorderungen für höherklassige Spiele im Handball und Volleyball. Sollte es einst auch höherklassigen Basketball in Erfurt geben, könne man Batschkus zufolge einen temporären Parkettboden aufziehen. Neben der großen Fläche gehören zur Ausstattung Turnsaal, Kraftraum, Ballettsaal, eine moderne Vier-Bahnen-Kegelanlage sowie ein Billardzimmer mit sechs Tischen.
"Gibt es auch einen Notausgang für Schiedsrichter?", das wollte zu allgemeiner Erheiterung ein Diskussionsteilnehmer wissen. Eigentlich schon. Denn die Zugänge für Sportler und Zuschauer sind jeweils separat.
Die neue Rietsporthalle bietet Platz für bis zu 1250 Zuschauer. "Jede Tribünenseite verfügt über 500 Sitzplätze, je nach Bedarf kann nur eine Seite genutzt werden oder auch beide", sagte Batschkus, "bei großen Ereignissen können 250 Plätze auf einer ausfahrbaren Tribüne zusätzlich genutzt werden."
Ihre erste große Bewährungsprobe erlebt die Halle am 14. und 15. Oktober mit den Deutschen Meisterschaften im Radball, Radpolo und Kunstradfahren. Zudem wird die Riethhalle Heimstatt für die Volleyballerinnen des SWE-Teams. Ob in der 1. oder 2. Bundesliga, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Im Prinzip sei auch die Austragung von Spielen des Thüringer HC denkbar, der seine Handball-Erstligaspiele derzeit in Bad Langensalza austrägt. Dort können aber die Anforderungen für internationale Spiele nicht erfüllt werden in der neuen Riethhalle schon. Europacupspiele kommen auf den THC im Fall des Meistertitels jedenfalls zu.
Die technischen Voraussetzungen für Fernsehübertragungen sind vorhanden. Alle Sportvereine, die in der alten Riethhalle Training und Wettkämpfe abgehalten haben, werden auch in der neuen ihren Platz haben. Sollte es Bedarf von bisherigen Nichtnutzern geben, wäre dieser Batschkus zufolge bis 31. Mai anzumelden und würde geprüft.
Der ESB-Vizechef rechnet mit pünktlicher Fertigstellung bis zum August. In dem Moment, da die neue Halle ihren Betrieb aufnimmt, wird die alte geschlossen und abgerissen. An ihrer Stelle entstehen Parkmöglichkeiten für 150 Pkw.
Doch das ist nicht die einzige Veränderung außerhalb der neuen Halle, auch der ehemalige TVI-Sportplatz in der Essener Straße wird generalüberholt. Im Ergebnis entsteht ein Leichtathletik-Stadion mit 400-Meter-Kunststoffbahn (vier Laufbahnen), Sprung- und Wurfanlagen. Batschkus: "Dort können dann auch Wettkämpfe bis auf nationalem Niveau ausgetragen werden." Die Laufbahn werde auch interessierten Breitensportlern für das spontane Training zur Verfügung stehen.
Matthias Opatz
Quelle: Thüringer Allgemeine vom 24.03.2011
Schwindende Rauchfahnen
Auf den Erfurter Sportbetrieb hagelte Kritik ein, setzte allerdings zugleich Meilensteine Gesperrte Sportanlagen so weit das Auge reicht. Die eisige ,,Petra" und ,,Scarlett" haben dem Erfurter Sportbetrieb das Jahresfinale verdorben. Unter der erdrückenden Last der Hilflosigkeit gegenüber den Schneemengen zeichnet sich ein Aufblühen der Sportlandschaft ab.
Von Steffen Eß ERFURT.
Graue statt mit Leben erfüllte Wände an der Leichtathletikhalle. Das Sportforum am Johannesplatz wirkt ebenso verlassen wie die eingeschneiten Fundamente an der Essener Straße. Stillstand herrscht.
,,Zwei, drei Wochen haben uns gefehlt", stöhnt Jens Batschkus, Verwaltungsdirektor des Sportbetriebes (ESB), über den zeitig eingebrochenen Winter.
Zwei, drei Wochen mehr ohne Schnee, ohne klirrende Kälte - und in den Kraftraum am Olympiastützpunkt hätten die ersten Athleten bereits zum Jahresende Hanteln stemmen können. Die Maschinen sind bestellt. Etwas mehr vom Herbst und weitere Deckenplatten hätten sich übers Kellergeschoss der neuen Riethsporthalle gelegt. Nur noch ein paar Tage Spielraum - und der ESB-Verwaltungsdirektor hätte die anderthalbjährige Sanierung des Funktionsgebäudes am Johannesplatz abhaken können.
Sie ist neben dem fertigen, aber nicht bezogenen Kraftraum an der Leichtathletikhalle eine der wichtigsten Maßnahmen, die das Jahr 2010 für den ESB zu einem der erfolgreichsten gemacht hätten. Nach außen im besonderen.
Absagen überschatten Aufblühen Denn getrübt von Kommunikationsproblemen, überschattet von zunehmenden Ausfällen traditionsreicher Sportereignisse wegen hoher Kosten durch die Tarifordnung und belastet durch offene Kritik an der Arbeitsweise des Eigenbetriebs, hätten zwei weitere abgeschlossene Baumaßnahmen das ESB-Bild in der Öffentlichkeit zum Jahresende freudvoller aussehen lassen.
Dabei hat in den vergangenen zwölf Monaten ein Wachstum in der Werterhaltung der Erfurter Sportlandschaft eingesetzt, das seinesgleichen in der Vergangenheit sucht.
,,Es gab sicher Jahre, in denen mehr Volumen an Geld bewegt worden ist", schaut Jens Batschkus zurück. 1999/2000 etwa ist die Eisschnelllaufhalle für rund 27,5 Millionen Euro entstanden.
Von knapp sechs Millionen Euro an Investitionsmitteln, die in die Sanierung der Radrennbahn bis zu ihrer Fertigstellung 2007 flossen, konnte die Werkleitung des ESB im zurückliegenden Jahr ebenfalls nur träumen. Mit vergleichsweise kleinem Budget - und dem Konjukturpaket II der Bundesregierung sei dank - sind in Summe allerdings so viele Baustellen angegangen worden wie nie zuvor.
Insgesamt 17 Maßnahmen umfasste die Vorhabenliste des Erfurter Sportbetriebs, die zu Dreivierteln aus Bundesmitteln bezahlt wird. Fertig ist etwa die Hälfte. ,,Alle sind aber angearbeitet. Damit stehen uns die Mittel bis Ende nächsten Jahres zur Verfügung", sagt Batschkus erleichtert.
Neue Wärmemengenrechner, Fenster, Bodenbeläge, Abwasseranschlüsse, Dacherneuerungen und sanierte Sanitärbereiche an verschiedenen Anlagen vom Steigerwaldstadion bis hin zum Sportplatz Stotternheim sind die kleinen Pos ten der Gesamtinvestition von rund 700 000 Euro gewesen.
Weil davon bloß ein Viertel aus dem städtischen Topf stammt, kommt das 2009 aufgelegte Konjunkturpaket II umso mehr einem Lottogewinn für die Landeshauptstadt gleich.
5 aus 20 könnte die Glücksziehung für Schulsport und die Vereine lauten. Von den knapp zehn Millionen Euro für Schulgebäude fließt etwa ein Fünftel in energiesparende Hüllen von fünf der 2007 noch 20 (!) sanierungsbedürftigen Turnhallen.
Da sich mittels anderer Inves titionsprogramme auch der Halle in Gispersleben, in der Karthäuser Straße, der Halleschen Straße und in der Geraaue angenommen wurde, ist der Sanierungsbedarf zwar noch immer beträchtlich.
Vier weitere akute Fälle sind allerdings in Behandlung vom Amt für Grundstücks- und Gebäudeverwaltung oder - wie die dieses Jahr grundhaft sanierte Möbisburger Halle - vom Tisch.
Zu den 300 000 Euro aus dem Konjunkturpaket hat die Stadt 160 000 hinzugegeben, um eine Komplettlösung in Möbisburg zu schaffen. ,,Ein Segen", nennt Batschkus diese Fördergelder, die nach dem 2005 ausgelaufenen Schulsportsanierungsprogramm allerdings nicht allein für einen bisher einmaligen Aufschwung gesorgt haben. Um nach mehr als zehnjähriger Diskussion die rund eine halbe Million teure Erneuerung des Funktionsgebäudes am Johannesplatz angehen zu können, sind zudem Gelder aus dem Energiepakt im Rahmen der Städtebauförderung einbezogen worden.
Jene 220 000 für Fassade und Fenster haben sich schon ausgezahlt. ,,Die Dämmung hat bereits einen Winter weg", meint der ESB-Direktor, ,,und wir haben Energieeinsparungen um mehr als 30 Prozent."
Er weiß auch alle anderen Gelder unter dem Effekt der Kostensenkung sinnvoll eingesetzt.
Und im Fall der im Dezember in Betrieb genommenen Rasenheizung im Stadion in beispielgebender Form.
Rasenheizungsbetrieb in einmaliger Form Dass Abwärme für die Rasenheizung genutzt wird, ,,ist deutschlandweit einmalig, vielleicht sogar europaweit", erklärt Batschkus mit Blick auf die an der Eishalle schwindenden Rauchfahnen. Mit dem verdunstenden Wasser durch die Eisbereitung wird die Heizung versorgt, wodurch sich die Zuleitung von teurer Fernwärme in Grenzen halten soll.
Dass zudem der rund 15 Jahre diskutierte Ersatzneubau der maroden Riethsporthalle im Sommer seinen Anfang genommen hatte, macht den Verwaltungsdirektor besonders froh - und stolz.
Das durch eine öffentlich-private Partnerschaft finanzierte und 10 Millionen Euro umfassende Pilotprojekt im Thüringer Sportstättenbau ist so etwas wie ,,sein Kind". Es ragt aus der Fülle von Sanierungsmaßnahmen heraus und unterstreicht das unterm Schnee zurzeit ins Stocken gekommene Aufblühen.
,,Vielleicht hätten wir das Geld nicht auf 17 Maßnahmen streuen sollen", meint Jens Batschkus.
Die Kapazitätsgrenze an Personal ist längst erreicht gewesen.
,,Aber ich denke, wir haben sie gut ausgesucht", blickt er auf ein richtungsweisendes Jahr zurück.
Vielleicht auf ein einmaliges, an dessen Ende ruhende Baustellen bleiben und einige Fragen stehen.
Stadion und Schwimmhalle bleiben Sorgenkinder Für eine dritte Schwimmhalle ist bisher keine Lösung in Sicht.
Genauso wie für den schweren Fall Steigerwaldstadion. Offen ist, wie der Unterhalt und Erhalt der Sportanlagen angesichts der Streichungen dauerhaft finanziert werden kann. Und ebenso, wie - und ob überhaupt sich der Investitionsstau durch das Auslaufen der Förderprogramme lösen ließe.
2010, es hinterlässt umso mehr bleibende Fundamente . . .
Quelle: Thüringer Allgemeine vom 31.12.2010
Von Steffen Eß ERFURT.
Graue statt mit Leben erfüllte Wände an der Leichtathletikhalle. Das Sportforum am Johannesplatz wirkt ebenso verlassen wie die eingeschneiten Fundamente an der Essener Straße. Stillstand herrscht.
,,Zwei, drei Wochen haben uns gefehlt", stöhnt Jens Batschkus, Verwaltungsdirektor des Sportbetriebes (ESB), über den zeitig eingebrochenen Winter.
Zwei, drei Wochen mehr ohne Schnee, ohne klirrende Kälte - und in den Kraftraum am Olympiastützpunkt hätten die ersten Athleten bereits zum Jahresende Hanteln stemmen können. Die Maschinen sind bestellt. Etwas mehr vom Herbst und weitere Deckenplatten hätten sich übers Kellergeschoss der neuen Riethsporthalle gelegt. Nur noch ein paar Tage Spielraum - und der ESB-Verwaltungsdirektor hätte die anderthalbjährige Sanierung des Funktionsgebäudes am Johannesplatz abhaken können.
Sie ist neben dem fertigen, aber nicht bezogenen Kraftraum an der Leichtathletikhalle eine der wichtigsten Maßnahmen, die das Jahr 2010 für den ESB zu einem der erfolgreichsten gemacht hätten. Nach außen im besonderen.
Absagen überschatten Aufblühen Denn getrübt von Kommunikationsproblemen, überschattet von zunehmenden Ausfällen traditionsreicher Sportereignisse wegen hoher Kosten durch die Tarifordnung und belastet durch offene Kritik an der Arbeitsweise des Eigenbetriebs, hätten zwei weitere abgeschlossene Baumaßnahmen das ESB-Bild in der Öffentlichkeit zum Jahresende freudvoller aussehen lassen.
Dabei hat in den vergangenen zwölf Monaten ein Wachstum in der Werterhaltung der Erfurter Sportlandschaft eingesetzt, das seinesgleichen in der Vergangenheit sucht.
,,Es gab sicher Jahre, in denen mehr Volumen an Geld bewegt worden ist", schaut Jens Batschkus zurück. 1999/2000 etwa ist die Eisschnelllaufhalle für rund 27,5 Millionen Euro entstanden.
Von knapp sechs Millionen Euro an Investitionsmitteln, die in die Sanierung der Radrennbahn bis zu ihrer Fertigstellung 2007 flossen, konnte die Werkleitung des ESB im zurückliegenden Jahr ebenfalls nur träumen. Mit vergleichsweise kleinem Budget - und dem Konjukturpaket II der Bundesregierung sei dank - sind in Summe allerdings so viele Baustellen angegangen worden wie nie zuvor.
Insgesamt 17 Maßnahmen umfasste die Vorhabenliste des Erfurter Sportbetriebs, die zu Dreivierteln aus Bundesmitteln bezahlt wird. Fertig ist etwa die Hälfte. ,,Alle sind aber angearbeitet. Damit stehen uns die Mittel bis Ende nächsten Jahres zur Verfügung", sagt Batschkus erleichtert.
Neue Wärmemengenrechner, Fenster, Bodenbeläge, Abwasseranschlüsse, Dacherneuerungen und sanierte Sanitärbereiche an verschiedenen Anlagen vom Steigerwaldstadion bis hin zum Sportplatz Stotternheim sind die kleinen Pos ten der Gesamtinvestition von rund 700 000 Euro gewesen.
Weil davon bloß ein Viertel aus dem städtischen Topf stammt, kommt das 2009 aufgelegte Konjunkturpaket II umso mehr einem Lottogewinn für die Landeshauptstadt gleich.
5 aus 20 könnte die Glücksziehung für Schulsport und die Vereine lauten. Von den knapp zehn Millionen Euro für Schulgebäude fließt etwa ein Fünftel in energiesparende Hüllen von fünf der 2007 noch 20 (!) sanierungsbedürftigen Turnhallen.
Da sich mittels anderer Inves titionsprogramme auch der Halle in Gispersleben, in der Karthäuser Straße, der Halleschen Straße und in der Geraaue angenommen wurde, ist der Sanierungsbedarf zwar noch immer beträchtlich.
Vier weitere akute Fälle sind allerdings in Behandlung vom Amt für Grundstücks- und Gebäudeverwaltung oder - wie die dieses Jahr grundhaft sanierte Möbisburger Halle - vom Tisch.
Zu den 300 000 Euro aus dem Konjunkturpaket hat die Stadt 160 000 hinzugegeben, um eine Komplettlösung in Möbisburg zu schaffen. ,,Ein Segen", nennt Batschkus diese Fördergelder, die nach dem 2005 ausgelaufenen Schulsportsanierungsprogramm allerdings nicht allein für einen bisher einmaligen Aufschwung gesorgt haben. Um nach mehr als zehnjähriger Diskussion die rund eine halbe Million teure Erneuerung des Funktionsgebäudes am Johannesplatz angehen zu können, sind zudem Gelder aus dem Energiepakt im Rahmen der Städtebauförderung einbezogen worden.
Jene 220 000 für Fassade und Fenster haben sich schon ausgezahlt. ,,Die Dämmung hat bereits einen Winter weg", meint der ESB-Direktor, ,,und wir haben Energieeinsparungen um mehr als 30 Prozent."
Er weiß auch alle anderen Gelder unter dem Effekt der Kostensenkung sinnvoll eingesetzt.
Und im Fall der im Dezember in Betrieb genommenen Rasenheizung im Stadion in beispielgebender Form.
Rasenheizungsbetrieb in einmaliger Form Dass Abwärme für die Rasenheizung genutzt wird, ,,ist deutschlandweit einmalig, vielleicht sogar europaweit", erklärt Batschkus mit Blick auf die an der Eishalle schwindenden Rauchfahnen. Mit dem verdunstenden Wasser durch die Eisbereitung wird die Heizung versorgt, wodurch sich die Zuleitung von teurer Fernwärme in Grenzen halten soll.
Dass zudem der rund 15 Jahre diskutierte Ersatzneubau der maroden Riethsporthalle im Sommer seinen Anfang genommen hatte, macht den Verwaltungsdirektor besonders froh - und stolz.
Das durch eine öffentlich-private Partnerschaft finanzierte und 10 Millionen Euro umfassende Pilotprojekt im Thüringer Sportstättenbau ist so etwas wie ,,sein Kind". Es ragt aus der Fülle von Sanierungsmaßnahmen heraus und unterstreicht das unterm Schnee zurzeit ins Stocken gekommene Aufblühen.
,,Vielleicht hätten wir das Geld nicht auf 17 Maßnahmen streuen sollen", meint Jens Batschkus.
Die Kapazitätsgrenze an Personal ist längst erreicht gewesen.
,,Aber ich denke, wir haben sie gut ausgesucht", blickt er auf ein richtungsweisendes Jahr zurück.
Vielleicht auf ein einmaliges, an dessen Ende ruhende Baustellen bleiben und einige Fragen stehen.
Stadion und Schwimmhalle bleiben Sorgenkinder Für eine dritte Schwimmhalle ist bisher keine Lösung in Sicht.
Genauso wie für den schweren Fall Steigerwaldstadion. Offen ist, wie der Unterhalt und Erhalt der Sportanlagen angesichts der Streichungen dauerhaft finanziert werden kann. Und ebenso, wie - und ob überhaupt sich der Investitionsstau durch das Auslaufen der Förderprogramme lösen ließe.
2010, es hinterlässt umso mehr bleibende Fundamente . . .
Quelle: Thüringer Allgemeine vom 31.12.2010
Beregnung für den Kunstrasen
Stadtrat bestätigt Sportstättenleitplan
Von Anette Elsner Erfurt.
Der Sportstättenleitplan ist aktualisiert: Der Stadtrat billigte gestern mit nur zwei Gegenstimmen und ohne Enthaltungen die Fort- schreibung des Planes, der zuletzt im Jahr 2000 grundlegend überarbeitet worden war. Ohne Leitplan keine Fördermittel für Sportstätten: So lässt sich die Bedeutung des 80 Seiten starken Werkes auf den Punkt bringen.
Eine „gute Zustandsbeschreibung samt Wünsch-dir-was-Katalog“ nannte Ratsherr Michael Panse (CDU) den Plan. Denn damit die Maßnahmen zu Neubau und Sanierung der Sportstätten Realität werden könnten, müsse der Stadtrat die Kraft finden, per Beschluss die Gelder dafür freizugeben. Hier müsse sich das Gremium zeitliche und inhaltliche Ziele stellen, mahnte Panse – genau wie bei den Kindertagesstätten, deren Sanierung vorangehe.
Kritisiert wurde von allen Fraktionen, dass der Plan noch als Vorhaben aufliste, was teils längst verwirklicht sei – wie den Neubau der Radrennbahn oder die Generalsanierung des Nordbades.
Dem Antrag der Links-Fraktion, diese Punkte zu aktualisieren, wurde daher zugestimmt. Kritik wurde auch an den Grundlagen laut: Die Zahlen aus dem Jahr 2007 seien zu alt und teils falsch, bemängelte Birgit Schuster (FDP). Wenn auch der Antrag ihrer Fraktion auf Ablehnung des kompletten Planes keine Mehrheit fand, stimmte der Stadtrat doch für einen Vorschlag der SPD-Fraktion: Gemeinsam mit den Erfurter Hochschulen soll erarbeitet werden, welchen sportlichen Bedarf es langfristig in der Landeshauptstadt geben wird und in welche Richtungen er sich entwickeln soll. Eingeschlossen darin: die Bäderkonzeption; in diesem Zusammenhang wurde ebenfalls einhellig der Bau einer dritten Schwimmhalle gefordert.
Abgelehnt wurden die meisten Anträge der Ortsteilbürgermeister, wie der zum Bau einer Sporthalle im Planungsgebiet West, gestellt aus Alach und Ermstedt, oder der Büßlebener Antrag auf eine Mehrzweck- und Sporthalle.
Dass der Sportplatz Bindersleben einen Stromanschluss bekommt, wurde jedoch ebenso befürwortet wie die dringlichen 50.000 Euro für das Sportdach Kaufland. Hier soll eine Beregnungsanlage her - dann hält der Kunstrasen länger und weniger Sportler verletzen sich.
Quelle: Thüringische Landeszeitung, 25.06.2010
Von Anette Elsner Erfurt.
Der Sportstättenleitplan ist aktualisiert: Der Stadtrat billigte gestern mit nur zwei Gegenstimmen und ohne Enthaltungen die Fort- schreibung des Planes, der zuletzt im Jahr 2000 grundlegend überarbeitet worden war. Ohne Leitplan keine Fördermittel für Sportstätten: So lässt sich die Bedeutung des 80 Seiten starken Werkes auf den Punkt bringen.
Eine „gute Zustandsbeschreibung samt Wünsch-dir-was-Katalog“ nannte Ratsherr Michael Panse (CDU) den Plan. Denn damit die Maßnahmen zu Neubau und Sanierung der Sportstätten Realität werden könnten, müsse der Stadtrat die Kraft finden, per Beschluss die Gelder dafür freizugeben. Hier müsse sich das Gremium zeitliche und inhaltliche Ziele stellen, mahnte Panse – genau wie bei den Kindertagesstätten, deren Sanierung vorangehe.
Kritisiert wurde von allen Fraktionen, dass der Plan noch als Vorhaben aufliste, was teils längst verwirklicht sei – wie den Neubau der Radrennbahn oder die Generalsanierung des Nordbades.
Dem Antrag der Links-Fraktion, diese Punkte zu aktualisieren, wurde daher zugestimmt. Kritik wurde auch an den Grundlagen laut: Die Zahlen aus dem Jahr 2007 seien zu alt und teils falsch, bemängelte Birgit Schuster (FDP). Wenn auch der Antrag ihrer Fraktion auf Ablehnung des kompletten Planes keine Mehrheit fand, stimmte der Stadtrat doch für einen Vorschlag der SPD-Fraktion: Gemeinsam mit den Erfurter Hochschulen soll erarbeitet werden, welchen sportlichen Bedarf es langfristig in der Landeshauptstadt geben wird und in welche Richtungen er sich entwickeln soll. Eingeschlossen darin: die Bäderkonzeption; in diesem Zusammenhang wurde ebenfalls einhellig der Bau einer dritten Schwimmhalle gefordert.
Abgelehnt wurden die meisten Anträge der Ortsteilbürgermeister, wie der zum Bau einer Sporthalle im Planungsgebiet West, gestellt aus Alach und Ermstedt, oder der Büßlebener Antrag auf eine Mehrzweck- und Sporthalle.
Dass der Sportplatz Bindersleben einen Stromanschluss bekommt, wurde jedoch ebenso befürwortet wie die dringlichen 50.000 Euro für das Sportdach Kaufland. Hier soll eine Beregnungsanlage her - dann hält der Kunstrasen länger und weniger Sportler verletzen sich.
Quelle: Thüringische Landeszeitung, 25.06.2010
Werk der Wünsche
Stadtrat beschließt Fortschreibung des Sportstättenleitplans und müsste an sich wieder nachbessern lassen.
Jahrelange Vorarbeit, endlos erscheinende Kontroversen, ein paar Dutzend Änderungsanträgen und eine Abstimmung in Sekunden. Mit großer Mehrheit beschloss der Stadtrat gestern die Fortschreibung des seit fünf Jahren immer wieder überarbeiteten Sport stättenleitplans. Ein Papier der Wünsche und Träume.
Und ein Zahlenwerk der Vergangenheit, in das noch ein Fülle von Korrekturen einzuarbeiten ist.
Von Steffen Eß ERFURT
Ersatzneubau Sporthalle Rieth Ertüchtigung Steigerwaldstadion und Umfeld, Neubau eine zentralen Kraftraums für Kaderathleten, Generalsanierung des Nordbads, der Rollschuhbahn und des Sportplatzgebäudes im Sportforum am Johannesplatz. Die Prioritätenliste A im 80-seitigen Leitplan soll ein Ausblick auf die wichtigste Investitionsmaßnahmen der Zukunft sein, liest sich auf ein paar Seiten indes wie ein Rückschau. Denn bis aufs Dauerbrenner-Thema Stadion, das zurzeit eine Rasenheizung bekommt, sind diese Maßnahmen in Arbeit ober bereits verwirklicht. Genauso wie viele dringend nötige Reparaturen an Schulturnhallen, die in ihrer Wichtigkeit an Nummer zwei stehen und an sich schon ein Häkchen dahinter haben müssten.
„Vor zweieinhalb Jahren konnte ja keiner ahnen, dass es mal ein Konjunkturpaket geben wird“, rechtfertigte Jens Batschkus den seit 2005 mehrmals überarbeiteten Entwurf, der durch den enormen Aufwand zum Teil auf dem Stand von 2007 beruht.
Trotzdem schien der Verwaltungsdirektor des Erfurter Sportbetriebs (ESB) froh zu sein, dass das Papier nach einstündigem Abschlussplädoyer der Fraktionen und Lob für die umfassende Arbeit seinen Segen bekam. Genauso wie der Großteil der Ratsherren und -damen. Mit Ausnahme der von der FDP-Fraktion.
„Wenn ich schon einen Leitplan aufstelle, sollten die Zahlen stimmen“, kritisierte Birgit Schuster. Der Änderungsantrag ihrer FDP-Fraktion, den Sportstättenleitplan gänzlich abzulehnen fand allerdings keine Mehrheit Wie eine ganze Reihe anderer Vorschläge auch. Eine ellenlange Liste an Änderungsanträgen wur de in gut zwei Dutzend Einzelabstimmungen behandelt. Unter anderem die Hochstedter dürfen sich freuen. Mit ihrem Anbau schafften sie es in die Prioritätenliste, wo viele emsige Ortsteilräte ihre Vorhaben zu gern gesehen hätten, aber gestern keine Mehrheit fanden. Hier eine neue Sporthalle, dort eine beleuchtete Laufstrecke oder der Wunsch nach einem Seniorenspielplatz. Träume angesichts der knappen Kassen, zumal Vorhaben aus dem ersten Leitplan von 2000 noch in der Warteliste stehen.
„Er ist eine Zustandsbeschreibung und ein Wünsch-Dir-was- Katalog“, sagte CDU-Stadtrat Michael Panse über den Sportstättenleitplan, warb aber ebenso für seine Fortschreibung wie Birgit Pelke (SPD) oder Cornelia Nitzpon (Die Linke). Ohne dass Maßnahmen im Leitplan verankert sind, können keinerlei Fördermittel beantragt. Insofern sahen beide im Beschluss einen wichtigem Meilenstein.
Mit kleinen Niederlagen, aber auch mit kleinen Siegen. Während der Vorschlag der Linke- Fraktion, den Bau einer dritten Schwimmhalle mit aufzunehmen, abgelehnt wurde, ist die Beregnungsanlage für das Sportdach Kaufland in deren Wichtigkeit nach oben gestuft worden. Ob dort in Kürze Wasser auf den Kunstrasen Kunstrasen rieseln wird, steht allerdings auf ei- nem ganz anderen Papier. „Wir müssen uns am Geld orientieren“, weiß Birgit Pelke.
Und sie geht trotz allem Wohlwollen für den gewiss mühevoll erarbeiteten Leitplan davon aus, dass er eine Übergangsvariante ist. Der Prüfauftrag ihrer SPD- Fraktion, über die Universität oder Fachhochschule ein Grundlage zu erarbeiten, die die demographische Entwicklung ebenso mit einbezieht wie bisher nicht berücksichtigte Trendsportarten, fand ebenso eine Mehrheit wie der Prüfauftrag über den Bedarf an Kunstrasenplätzen.
Einig waren sich die Stadträte mehrheitlich auch, dass Erfurt trotz des gestern erst eingeweihten Nordbads ein dritte Schwimmhalle braucht. Die SPD möchte sie ins Bäder-Konzept aufgenommen wissen. Nach der Sommerpause steht sie vielleicht in einem zweiten Werk der Wünsche.
Quelle: Thüringer Allgemeine 25.06.2010
Jahrelange Vorarbeit, endlos erscheinende Kontroversen, ein paar Dutzend Änderungsanträgen und eine Abstimmung in Sekunden. Mit großer Mehrheit beschloss der Stadtrat gestern die Fortschreibung des seit fünf Jahren immer wieder überarbeiteten Sport stättenleitplans. Ein Papier der Wünsche und Träume.
Und ein Zahlenwerk der Vergangenheit, in das noch ein Fülle von Korrekturen einzuarbeiten ist.
Von Steffen Eß ERFURT
Ersatzneubau Sporthalle Rieth Ertüchtigung Steigerwaldstadion und Umfeld, Neubau eine zentralen Kraftraums für Kaderathleten, Generalsanierung des Nordbads, der Rollschuhbahn und des Sportplatzgebäudes im Sportforum am Johannesplatz. Die Prioritätenliste A im 80-seitigen Leitplan soll ein Ausblick auf die wichtigste Investitionsmaßnahmen der Zukunft sein, liest sich auf ein paar Seiten indes wie ein Rückschau. Denn bis aufs Dauerbrenner-Thema Stadion, das zurzeit eine Rasenheizung bekommt, sind diese Maßnahmen in Arbeit ober bereits verwirklicht. Genauso wie viele dringend nötige Reparaturen an Schulturnhallen, die in ihrer Wichtigkeit an Nummer zwei stehen und an sich schon ein Häkchen dahinter haben müssten.
„Vor zweieinhalb Jahren konnte ja keiner ahnen, dass es mal ein Konjunkturpaket geben wird“, rechtfertigte Jens Batschkus den seit 2005 mehrmals überarbeiteten Entwurf, der durch den enormen Aufwand zum Teil auf dem Stand von 2007 beruht.
Trotzdem schien der Verwaltungsdirektor des Erfurter Sportbetriebs (ESB) froh zu sein, dass das Papier nach einstündigem Abschlussplädoyer der Fraktionen und Lob für die umfassende Arbeit seinen Segen bekam. Genauso wie der Großteil der Ratsherren und -damen. Mit Ausnahme der von der FDP-Fraktion.
„Wenn ich schon einen Leitplan aufstelle, sollten die Zahlen stimmen“, kritisierte Birgit Schuster. Der Änderungsantrag ihrer FDP-Fraktion, den Sportstättenleitplan gänzlich abzulehnen fand allerdings keine Mehrheit Wie eine ganze Reihe anderer Vorschläge auch. Eine ellenlange Liste an Änderungsanträgen wur de in gut zwei Dutzend Einzelabstimmungen behandelt. Unter anderem die Hochstedter dürfen sich freuen. Mit ihrem Anbau schafften sie es in die Prioritätenliste, wo viele emsige Ortsteilräte ihre Vorhaben zu gern gesehen hätten, aber gestern keine Mehrheit fanden. Hier eine neue Sporthalle, dort eine beleuchtete Laufstrecke oder der Wunsch nach einem Seniorenspielplatz. Träume angesichts der knappen Kassen, zumal Vorhaben aus dem ersten Leitplan von 2000 noch in der Warteliste stehen.
„Er ist eine Zustandsbeschreibung und ein Wünsch-Dir-was- Katalog“, sagte CDU-Stadtrat Michael Panse über den Sportstättenleitplan, warb aber ebenso für seine Fortschreibung wie Birgit Pelke (SPD) oder Cornelia Nitzpon (Die Linke). Ohne dass Maßnahmen im Leitplan verankert sind, können keinerlei Fördermittel beantragt. Insofern sahen beide im Beschluss einen wichtigem Meilenstein.
Mit kleinen Niederlagen, aber auch mit kleinen Siegen. Während der Vorschlag der Linke- Fraktion, den Bau einer dritten Schwimmhalle mit aufzunehmen, abgelehnt wurde, ist die Beregnungsanlage für das Sportdach Kaufland in deren Wichtigkeit nach oben gestuft worden. Ob dort in Kürze Wasser auf den Kunstrasen Kunstrasen rieseln wird, steht allerdings auf ei- nem ganz anderen Papier. „Wir müssen uns am Geld orientieren“, weiß Birgit Pelke.
Und sie geht trotz allem Wohlwollen für den gewiss mühevoll erarbeiteten Leitplan davon aus, dass er eine Übergangsvariante ist. Der Prüfauftrag ihrer SPD- Fraktion, über die Universität oder Fachhochschule ein Grundlage zu erarbeiten, die die demographische Entwicklung ebenso mit einbezieht wie bisher nicht berücksichtigte Trendsportarten, fand ebenso eine Mehrheit wie der Prüfauftrag über den Bedarf an Kunstrasenplätzen.
Einig waren sich die Stadträte mehrheitlich auch, dass Erfurt trotz des gestern erst eingeweihten Nordbads ein dritte Schwimmhalle braucht. Die SPD möchte sie ins Bäder-Konzept aufgenommen wissen. Nach der Sommerpause steht sie vielleicht in einem zweiten Werk der Wünsche.
Quelle: Thüringer Allgemeine 25.06.2010
Überraschungseffekt inklusive
Ausschreibung für die Riethsporthalle lässt Bewerbern Entfaltungsspielraum und neigt sich dem Ende zu
An Baustellen hapert es im Stadtgebiet derzeit wahrlich nicht. Straßen, Schulen und Sportstätten werden dank der Konjunkturhilfen auf neuen Stand gebracht. Das bislang größte Projekt des Erfurter Sportbetriebes (ESB) für den Breitensport nimmt ebenfalls Konturen an - in erster Linie zunächst am Reißbrett.
Von Stellen ESS ERFURT. Ob die neue Riethhalle 2011 so aussehen wird wie das Modell des Erfurter Sportbetriebes (siehe Bild), lässt Jens Batschkus dahingestellt. „Es ist eine Empfehlung. Weil der Standort beengt ist, mussten wir eine Zielvorgabe vorschieben", erklärt der Werksleiter und ist gespannt, was in drei Wochen auf seinem Tisch liegt. Bis zum 24. November läuft die Ausschreibung für das Pilotprojekt an der Essener Straße. Dann beginnt ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Der Ersatzbau der maroden Riethsporthalle ist die erste Sportanlage im Freistaat, die mittels sogenannten PPP-Projekts entsteht. Public Private Partnership: Was in der Umsetzung so viel bedeutet, dass privates Kapital bemüht wird, um ein Bauvorhaben zu finanzieren und das zu betreiben. Die Stadt oder Kommune mietet sich ein, bleibt aber Eigentümer des Grundstücks und bekommt das Gebäude nach Ablauf eines langjährigen Mietvertrages in einem festgeschriebenen Zustand und Weit.
Fünf Bietergemeinschaften aus dem Bundesgebiet haben im Rahmen der europaweiten Ausschreibung die Unterlagen abgefordert. Bei 20 Bewerbern fiele die Entscheidung vermutlich deutlich schwerer, ist Batschkus mit der Menge an Bewerbern zufrieden. Überraschungen sind auch so ausreichend inklusive. Ob ebenerdig oder wie jetzt unterkellert? Ob reichlich Glas rundherum oder doch eher ein nüchterner Funktionsbau? Das Projekt mit Gestaltung des Außenbereichs und der Umlenkung des Straßenverlaufs bietet Entfaltungsspielraum für die Bewerber. Nur wenige Fixpunkte setzt der ESB. Eine Dreifelderhalle mit Platz für 1500 Zuschauer (1000 fest, 500 mobil) ist vorgeschrieben. Dazu gehört eine Vier-BahnenKegelanlage. Billardspielern und Turnerinnen des ESV Lok und MTV bietet auch die neue Sporthalle wieder eine Heimstatt.
„Wir suchen denjenigen, der Bau und Betrieb am kostengünstigsten anbietet", nennt Batschkus das oberste Auswahlkriterium. Schließlich ist die Summe entscheidend, die auch maßgeblich die Kosten der Stadt in den 25 Mietjahren bestimmt. Insofern werde wohl nicht außergewöhnliche Architektur, sondern Funktionalität eine besonders große Rolle in der Bewertung spielen, was ab kommenden Sommer zwischen dein Sportplatz und der jetzigen Großsporthalle entsteht.
Die nebenan auf dem Rasen spielenden und trainierenden Vereine dürften während der Bauzeit mit keinerlei Einschränkungen zu rechnen haben, meint Batschkus. Bestenfalls hinsichtlich des Parkens direkt vorm Gelände, aber nicht länger als ein Jahr. „Wir setzen alles daran, dass im Juli 2011 in die neue Riethhalle umgezogen und die alte in den Ferien abgerissen werden kann", erläutert der ESB Werksleiter und sieht sich im Plan. Er bezieht sich damit gleichfalls auf die Maßnahmen durch die segensreichen Mittel des Kon-junkturpogramms II. Mit 733 000 Euro werden neben weiteren 1,9 Millionen Euro zur Sanierung von Schulturnhallen bis Ende 2010 eine Reihe von Problemfällen in Erfurt behandelt.
Die Dachsanierung der Möbisburger Schulturnhalle ist bereits abgeschlossen. Nach schleppendem Beginn infolge des langwierigen Genehmigungsverfahrens haben alle Vorhaben grünes Licht bekommen. Bis auf eines, das in der Prioritätenliste ganz weit oben stand. Mit einer äußerlichen Frischzellenkur für den Mittelteil des Umkleidetraktes im Cyriaksgebreite ist es - fast wie erwartet - nicht getan. Ein Gutachten ergab, dass durch die Senkung des Bodens eine grundhafte Erneuerung des gesamten Objekts nötig ist. „Aber wir verschenken kein Geld", betont Batschkus. Mit dem Wissen, dass einige Vorhaben teurer kommen werden und die fürs Gebreite veranschlagten 150 000 Euro dort bessere Verwendung finden, um als Zwischenlösung herzuhalten. Ideen, wie die Anlage im Gebreite einmal aussehen könnte, hat Werksleiter Jens Batschkus bereits, aber eher in Form eines frommen Wunsches. „Da sprechen wir von mehreren Millionen."
Quelle: Thüringer Allgemeine 04.11.2009
An Baustellen hapert es im Stadtgebiet derzeit wahrlich nicht. Straßen, Schulen und Sportstätten werden dank der Konjunkturhilfen auf neuen Stand gebracht. Das bislang größte Projekt des Erfurter Sportbetriebes (ESB) für den Breitensport nimmt ebenfalls Konturen an - in erster Linie zunächst am Reißbrett.
Von Stellen ESS ERFURT. Ob die neue Riethhalle 2011 so aussehen wird wie das Modell des Erfurter Sportbetriebes (siehe Bild), lässt Jens Batschkus dahingestellt. „Es ist eine Empfehlung. Weil der Standort beengt ist, mussten wir eine Zielvorgabe vorschieben", erklärt der Werksleiter und ist gespannt, was in drei Wochen auf seinem Tisch liegt. Bis zum 24. November läuft die Ausschreibung für das Pilotprojekt an der Essener Straße. Dann beginnt ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Der Ersatzbau der maroden Riethsporthalle ist die erste Sportanlage im Freistaat, die mittels sogenannten PPP-Projekts entsteht. Public Private Partnership: Was in der Umsetzung so viel bedeutet, dass privates Kapital bemüht wird, um ein Bauvorhaben zu finanzieren und das zu betreiben. Die Stadt oder Kommune mietet sich ein, bleibt aber Eigentümer des Grundstücks und bekommt das Gebäude nach Ablauf eines langjährigen Mietvertrages in einem festgeschriebenen Zustand und Weit.
Fünf Bietergemeinschaften aus dem Bundesgebiet haben im Rahmen der europaweiten Ausschreibung die Unterlagen abgefordert. Bei 20 Bewerbern fiele die Entscheidung vermutlich deutlich schwerer, ist Batschkus mit der Menge an Bewerbern zufrieden. Überraschungen sind auch so ausreichend inklusive. Ob ebenerdig oder wie jetzt unterkellert? Ob reichlich Glas rundherum oder doch eher ein nüchterner Funktionsbau? Das Projekt mit Gestaltung des Außenbereichs und der Umlenkung des Straßenverlaufs bietet Entfaltungsspielraum für die Bewerber. Nur wenige Fixpunkte setzt der ESB. Eine Dreifelderhalle mit Platz für 1500 Zuschauer (1000 fest, 500 mobil) ist vorgeschrieben. Dazu gehört eine Vier-BahnenKegelanlage. Billardspielern und Turnerinnen des ESV Lok und MTV bietet auch die neue Sporthalle wieder eine Heimstatt.
„Wir suchen denjenigen, der Bau und Betrieb am kostengünstigsten anbietet", nennt Batschkus das oberste Auswahlkriterium. Schließlich ist die Summe entscheidend, die auch maßgeblich die Kosten der Stadt in den 25 Mietjahren bestimmt. Insofern werde wohl nicht außergewöhnliche Architektur, sondern Funktionalität eine besonders große Rolle in der Bewertung spielen, was ab kommenden Sommer zwischen dein Sportplatz und der jetzigen Großsporthalle entsteht.
Die nebenan auf dem Rasen spielenden und trainierenden Vereine dürften während der Bauzeit mit keinerlei Einschränkungen zu rechnen haben, meint Batschkus. Bestenfalls hinsichtlich des Parkens direkt vorm Gelände, aber nicht länger als ein Jahr. „Wir setzen alles daran, dass im Juli 2011 in die neue Riethhalle umgezogen und die alte in den Ferien abgerissen werden kann", erläutert der ESB Werksleiter und sieht sich im Plan. Er bezieht sich damit gleichfalls auf die Maßnahmen durch die segensreichen Mittel des Kon-junkturpogramms II. Mit 733 000 Euro werden neben weiteren 1,9 Millionen Euro zur Sanierung von Schulturnhallen bis Ende 2010 eine Reihe von Problemfällen in Erfurt behandelt.
Die Dachsanierung der Möbisburger Schulturnhalle ist bereits abgeschlossen. Nach schleppendem Beginn infolge des langwierigen Genehmigungsverfahrens haben alle Vorhaben grünes Licht bekommen. Bis auf eines, das in der Prioritätenliste ganz weit oben stand. Mit einer äußerlichen Frischzellenkur für den Mittelteil des Umkleidetraktes im Cyriaksgebreite ist es - fast wie erwartet - nicht getan. Ein Gutachten ergab, dass durch die Senkung des Bodens eine grundhafte Erneuerung des gesamten Objekts nötig ist. „Aber wir verschenken kein Geld", betont Batschkus. Mit dem Wissen, dass einige Vorhaben teurer kommen werden und die fürs Gebreite veranschlagten 150 000 Euro dort bessere Verwendung finden, um als Zwischenlösung herzuhalten. Ideen, wie die Anlage im Gebreite einmal aussehen könnte, hat Werksleiter Jens Batschkus bereits, aber eher in Form eines frommen Wunsches. „Da sprechen wir von mehreren Millionen."
Quelle: Thüringer Allgemeine 04.11.2009
Sportstätten-Oscar an Erfurt
Sportpolitik: Erfurter Radrennbahn erhielt in Köln den IOC/IAKS-Award 2009 in Silber
Aus Köln berichtet Marion Peters
Köln. (tlz) Hohe Ehre! Im Rahmen des 21. IAKS-Kongresses und der Internationalen Fachmesse für Freiraum, Sport und Bäderanlagen in Köln erhielt die Stadt Erfurt im Kölner Tanzbrunnen den IOC/IAKS Award für beispielhafte Sport- und Freizeitanlagen sowie der IPC/IAKS Sonderpreis für barrierefreie Sportanlagen verliehen.
Aus den Händen des Präsidenten des Internationalen Paralympischen Komitees. Sir Philip Graven, des IOCVizepräsidenten Dr. Thomas Bach, des IAKS-Juryvorsitzenden, Architekt Prof. Carlos Vera Guardia und des IAKSGeneralsekretärs Siegfried Hoymann nahm Dietrich Hagemann, Beigeordneter für Bürgerservice, Sicherheit und Sport der Stadt Erfurt, den begehrten internationalen Architekturpreis in Empfang.
Die mit internationalen Persönlichkeiten besetzte Jury prämierte sieben Arbeiten mit Gold, neun mit Silber, acht mit Bronze und sprach vier lobende Erwähnungen aus.
Der IPC/IAKS Sonderpreis für barrierefreie Sportanlagen ging an zehn Teilnehmer. Die preisgekrönten Objekte befinden sich in 14 Lindern. Die herausragenden Sportstätten waren erwartungsgemäß die der Olympischen und Paralympischen Spiele von Peking. Heraus ragte das Olympiastadion in Peking („Vogelnest"), das sowohl in der Kategorie "Stadien", als auch auf Grund seiner herausragenden Angebote an Sportler und Zuschauer mit einer Behinderung den IPC/IAKS Sonderpreis für barrierefreie Sportanlagen erhielt.
Der IOC/IAKS Award für beispielhafte Sport- und Freizeitanlagen ist der einzige internationale Architekturpreis für Sportstätten und wird im Expertenkreis auch als "Sportstätten-Oscar" bezeichnet. In diesem Jahr nahmen 117 Teams von Betreibern und Planern aus 26 Ländern teil - so viele wie nie zuvor in der 20-jährigen, Geschichte dieses Wettbewerbs.
Die Erfurter Radrennbahn gewann die Silbermedaille in der Kategorie "Spezielle Sportanlagen" und entsprach damit in vollem Umfang den Beurteilungskriterien der Jury in den Bereichen Entwurfskonzept, städtebauliche und landschaftsplanerische Integration, Qualität des Entwurfs, Ökologische Aspekte und Nachhaltigkeit, barrierefreie Zugänglichkeit und Ausstattung der Anlage, qualifizierte Materialwahl und Ausstattung im Hinblick auf Instandhaltung und Pflege, sowie Akzeptanz durch die Nutzer.
Bauherr der Radrennbahn ist der Erfurter Sportbetrieb. Die Planungsgesellschaft „Bauconzept" aus dem sächsischen Lichtenstein erbrachte die Generalplanung (Architektur, Freianlagengestaltung, Tragwerksplanung und Bauleitung) des imposanten Bauwerkes im Norden der Stadt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 5,8 Millionen Euro. Neben dem Beigeordneten Dietrich Hagemann nahmen Architekt Mario Böttcher und Bauconzept-Geschäftsführer Bert Hoffmann den Preis entgegen. Seitens des ESB nahmen der Verwaltungsdirektor Jens Batschkus und Projektleiter Andreas Goldhardt an der Preisverleihung am Mittwoch in Köln teil.
Aus Köln berichtet Marion Peters
Köln. (tlz) Hohe Ehre! Im Rahmen des 21. IAKS-Kongresses und der Internationalen Fachmesse für Freiraum, Sport und Bäderanlagen in Köln erhielt die Stadt Erfurt im Kölner Tanzbrunnen den IOC/IAKS Award für beispielhafte Sport- und Freizeitanlagen sowie der IPC/IAKS Sonderpreis für barrierefreie Sportanlagen verliehen.
Aus den Händen des Präsidenten des Internationalen Paralympischen Komitees. Sir Philip Graven, des IOCVizepräsidenten Dr. Thomas Bach, des IAKS-Juryvorsitzenden, Architekt Prof. Carlos Vera Guardia und des IAKSGeneralsekretärs Siegfried Hoymann nahm Dietrich Hagemann, Beigeordneter für Bürgerservice, Sicherheit und Sport der Stadt Erfurt, den begehrten internationalen Architekturpreis in Empfang.
Die mit internationalen Persönlichkeiten besetzte Jury prämierte sieben Arbeiten mit Gold, neun mit Silber, acht mit Bronze und sprach vier lobende Erwähnungen aus.
Der IPC/IAKS Sonderpreis für barrierefreie Sportanlagen ging an zehn Teilnehmer. Die preisgekrönten Objekte befinden sich in 14 Lindern. Die herausragenden Sportstätten waren erwartungsgemäß die der Olympischen und Paralympischen Spiele von Peking. Heraus ragte das Olympiastadion in Peking („Vogelnest"), das sowohl in der Kategorie "Stadien", als auch auf Grund seiner herausragenden Angebote an Sportler und Zuschauer mit einer Behinderung den IPC/IAKS Sonderpreis für barrierefreie Sportanlagen erhielt.
Der IOC/IAKS Award für beispielhafte Sport- und Freizeitanlagen ist der einzige internationale Architekturpreis für Sportstätten und wird im Expertenkreis auch als "Sportstätten-Oscar" bezeichnet. In diesem Jahr nahmen 117 Teams von Betreibern und Planern aus 26 Ländern teil - so viele wie nie zuvor in der 20-jährigen, Geschichte dieses Wettbewerbs.
Die Erfurter Radrennbahn gewann die Silbermedaille in der Kategorie "Spezielle Sportanlagen" und entsprach damit in vollem Umfang den Beurteilungskriterien der Jury in den Bereichen Entwurfskonzept, städtebauliche und landschaftsplanerische Integration, Qualität des Entwurfs, Ökologische Aspekte und Nachhaltigkeit, barrierefreie Zugänglichkeit und Ausstattung der Anlage, qualifizierte Materialwahl und Ausstattung im Hinblick auf Instandhaltung und Pflege, sowie Akzeptanz durch die Nutzer.
Bauherr der Radrennbahn ist der Erfurter Sportbetrieb. Die Planungsgesellschaft „Bauconzept" aus dem sächsischen Lichtenstein erbrachte die Generalplanung (Architektur, Freianlagengestaltung, Tragwerksplanung und Bauleitung) des imposanten Bauwerkes im Norden der Stadt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 5,8 Millionen Euro. Neben dem Beigeordneten Dietrich Hagemann nahmen Architekt Mario Böttcher und Bauconzept-Geschäftsführer Bert Hoffmann den Preis entgegen. Seitens des ESB nahmen der Verwaltungsdirektor Jens Batschkus und Projektleiter Andreas Goldhardt an der Preisverleihung am Mittwoch in Köln teil.
Auf Augenhöhe mit Shanghai
Erfurt erhält zum zweiten Mal internationalen Architekturpreis für eine Sportstätte - Radrennbahn im Andreasried gewinnt wie die Eishalle Silber
Neuartig, zukunftsgerichtet, beispielhaft, ausgefallen: Mit allerlei Attributen ist die aufwendig sanierte Radrennbahn im Andreasried seit ihrer Wiedereröffnung vor anderthalb Jahren versehen worden. Ab heute kommt ein weiteres Merkmal hinzu.
Von Steffen ESS, ERFURT.
Das Betonoval ist dann preis gekrönt. Im Rahmen des 21. Fachkongresses für Planung, Bau, Modernisierung und Management für Sport- und Freizeitanlagen in Köln nimmt Dietrich Hagemann heute eine silberne Plakette für die Stadt entgegen. „Dieser Preis ist Anerkennung dafür, dass wir bei Neu- und Umbau unserer Sportanlagen stets größten Wert auf den Gleichklang von Architektur und Funktionalität gelegt haben", meinte der Beigeordnete für Bürgerservice, Sicherheit und Sport gestern. Er ist wie die Werksleitung des Erfurter Sportbetriebes (ESB) stolz auf die Ehrung. Ist die Radrennbahn doch eine von weltweit 28 beispielgebenden Sportstätten, die beim seit 1987 zweijährig vergebenen IOC/IAKS Award besondere Anerkennung durch das Internationale Olympische Komitee und die Internationale Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen erhielten. „Es ist der höchste für Sportanlagen. Wir messen uns hier mit den Metropolen der Welt", betont ESB-Werksleiter Jens Batschkus, der heute ebenfalls in Köln dabei ist. Und er sagt es zu Recht. Mit der Ehrung befindet sich die weltweit älteste noch in Betrieb befindliche Radrennbahn etwa auf Augenhöhe mit dem Züri- cher Letzigrund-Stadion oder dem Shanghai Qizhong Forest Sports City Tennis Center. Die drei Anlagen bekamen neben sechs weiteren in verschiedenen Kategorien Silber. Die multifunktionale Arena in Zürich punktete unter den Stadien mit selbstverständlich erscheinender Transparenz. Im Bereich spezieller Anlagen bestach das 15 000 Zuschauer fassende Tennis-Stadion zu Shanghai durch ein bewegliches Dachsystem. Die einfühlsame Vorgehensweise, der Bedeutung der Radrennbahn in Erfurt bei der Modernisierung Rechnung zu tragen, sowie die Konstruktion der Überdachung brachten Thüringens Landeshautstadt und den Planern von Bauconzept (Lichtenstein) Silber in der gleichen Kategorie ein. „Mit der gewählten Konstruktion, wird nicht nur den Radsportfans ein Wetterschutz ger geben, sondern auch dem Radsport in Erfurt eine neue bauliche Identität verliehen. … Die kraftvoll auskragenden Stahlrohrträger lassen schon von weitem erkennen, dass im Innern dieser Sportstätte viel Energie umgesetzt wird", heißt es unter anderem in der Urteilsbegründung durch die Jury. Unter Vorsitz von Prof. Carlos Vera Guardia aus den USA bewertete das international hochkarätig besetzte Gremium aus Architekten, Sportwissenschaftlern und -funktionären im Juli in einem mehrstufigen Auswahlverfahren insgesamt 117 aus 26 Ländern eingereichte Projekte in acht Kategorien von Stadien über Sportplätze, Mehrzweckhallen, Sporthallen, Bäder- und Wellnesseinrichtungen, spezielle Sportstätten, Sportzentren bis hin zu Wintersportanlagen. In der letzten Kategorie wurde Erfurt bereits 2005 geehrt. Die Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle erntete ebenfalls Silber. Dass es vier Jahre später nicht zu Gold reichte stört Jens Batschkus wenig. Ein Architekturpreis hänge nicht zwingend, aber doch immer: auch mit Geld zusammen, sagt der Werksleiter und weiß, dass Investitionen anderer Preisträger für eine Stadt wie Erfurt Utopie sind. Von den 312 Millionen Euro, die das „Vogelnest" in Peking kostete (das :Olympische Stadion war eines der sieben Goldgewinner; ließe sich die Erfurter Radrennbahn fast 54 Mal so grundhaft sanieren wie von 2006 bis 2005. Nicht nur die 5,8 Millionen Euro, selbst die 25, die die Eisschnelllaufhalle als bisher teuerste Sportstätte Erfurts gekostet hat, wirken dagegen wie ein Klacks. Sogar gegenüber dem neuen Eisschnelllauf Center in Kolomna, das 133 Millionen verschlang und den ebenso preisgekrönten Erfurter Vorzeigeobjekten eine seltene Eigenschaft einbringt: preiswert.
28.10.2009
Thüringer Allgemeine
Neuartig, zukunftsgerichtet, beispielhaft, ausgefallen: Mit allerlei Attributen ist die aufwendig sanierte Radrennbahn im Andreasried seit ihrer Wiedereröffnung vor anderthalb Jahren versehen worden. Ab heute kommt ein weiteres Merkmal hinzu.
Von Steffen ESS, ERFURT.
Das Betonoval ist dann preis gekrönt. Im Rahmen des 21. Fachkongresses für Planung, Bau, Modernisierung und Management für Sport- und Freizeitanlagen in Köln nimmt Dietrich Hagemann heute eine silberne Plakette für die Stadt entgegen. „Dieser Preis ist Anerkennung dafür, dass wir bei Neu- und Umbau unserer Sportanlagen stets größten Wert auf den Gleichklang von Architektur und Funktionalität gelegt haben", meinte der Beigeordnete für Bürgerservice, Sicherheit und Sport gestern. Er ist wie die Werksleitung des Erfurter Sportbetriebes (ESB) stolz auf die Ehrung. Ist die Radrennbahn doch eine von weltweit 28 beispielgebenden Sportstätten, die beim seit 1987 zweijährig vergebenen IOC/IAKS Award besondere Anerkennung durch das Internationale Olympische Komitee und die Internationale Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen erhielten. „Es ist der höchste für Sportanlagen. Wir messen uns hier mit den Metropolen der Welt", betont ESB-Werksleiter Jens Batschkus, der heute ebenfalls in Köln dabei ist. Und er sagt es zu Recht. Mit der Ehrung befindet sich die weltweit älteste noch in Betrieb befindliche Radrennbahn etwa auf Augenhöhe mit dem Züri- cher Letzigrund-Stadion oder dem Shanghai Qizhong Forest Sports City Tennis Center. Die drei Anlagen bekamen neben sechs weiteren in verschiedenen Kategorien Silber. Die multifunktionale Arena in Zürich punktete unter den Stadien mit selbstverständlich erscheinender Transparenz. Im Bereich spezieller Anlagen bestach das 15 000 Zuschauer fassende Tennis-Stadion zu Shanghai durch ein bewegliches Dachsystem. Die einfühlsame Vorgehensweise, der Bedeutung der Radrennbahn in Erfurt bei der Modernisierung Rechnung zu tragen, sowie die Konstruktion der Überdachung brachten Thüringens Landeshautstadt und den Planern von Bauconzept (Lichtenstein) Silber in der gleichen Kategorie ein. „Mit der gewählten Konstruktion, wird nicht nur den Radsportfans ein Wetterschutz ger geben, sondern auch dem Radsport in Erfurt eine neue bauliche Identität verliehen. … Die kraftvoll auskragenden Stahlrohrträger lassen schon von weitem erkennen, dass im Innern dieser Sportstätte viel Energie umgesetzt wird", heißt es unter anderem in der Urteilsbegründung durch die Jury. Unter Vorsitz von Prof. Carlos Vera Guardia aus den USA bewertete das international hochkarätig besetzte Gremium aus Architekten, Sportwissenschaftlern und -funktionären im Juli in einem mehrstufigen Auswahlverfahren insgesamt 117 aus 26 Ländern eingereichte Projekte in acht Kategorien von Stadien über Sportplätze, Mehrzweckhallen, Sporthallen, Bäder- und Wellnesseinrichtungen, spezielle Sportstätten, Sportzentren bis hin zu Wintersportanlagen. In der letzten Kategorie wurde Erfurt bereits 2005 geehrt. Die Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle erntete ebenfalls Silber. Dass es vier Jahre später nicht zu Gold reichte stört Jens Batschkus wenig. Ein Architekturpreis hänge nicht zwingend, aber doch immer: auch mit Geld zusammen, sagt der Werksleiter und weiß, dass Investitionen anderer Preisträger für eine Stadt wie Erfurt Utopie sind. Von den 312 Millionen Euro, die das „Vogelnest" in Peking kostete (das :Olympische Stadion war eines der sieben Goldgewinner; ließe sich die Erfurter Radrennbahn fast 54 Mal so grundhaft sanieren wie von 2006 bis 2005. Nicht nur die 5,8 Millionen Euro, selbst die 25, die die Eisschnelllaufhalle als bisher teuerste Sportstätte Erfurts gekostet hat, wirken dagegen wie ein Klacks. Sogar gegenüber dem neuen Eisschnelllauf Center in Kolomna, das 133 Millionen verschlang und den ebenso preisgekrönten Erfurter Vorzeigeobjekten eine seltene Eigenschaft einbringt: preiswert.
28.10.2009
Thüringer Allgemeine
ERFURT: Radrennbahn mit Silber dekoriert
TA 27.10.2009
Die 5,8 Millionen Euro für den Neubau der Radrennbahn im Andreasried sind für Erfurt heute Silber wert. Beim Kongress der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeitanlagen (IAKS) in Köln werden die Stadt sowie die Planer von Bauconzept (Lichtenstein) am Mittwoch für die beispielhafte Modernisierung der ältesten Radrennbahn mit der silberne Plakette des IOC/IAKS Award geehrt. Damit erhält zum zweiten Mal eine Erfurter Sportstätte durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die IAKS dieses architektonische Gütesiegel. 2005 wurde die 25 Millionen teure Eisschnelllaufhalle ebenfalls mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Insgesamt 117 Projekte aus 26 Ländern bewertete die internationale Jury aus Architekten, Sportwissenschaftlern und -funktionären und vergab entsprechend des Sportanlagentyps in acht Kategorien 28 Preise. Die Redrennbahn wurde unter den speziellen Sportanlagen ausgezeichnet.
Die 5,8 Millionen Euro für den Neubau der Radrennbahn im Andreasried sind für Erfurt heute Silber wert. Beim Kongress der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeitanlagen (IAKS) in Köln werden die Stadt sowie die Planer von Bauconzept (Lichtenstein) am Mittwoch für die beispielhafte Modernisierung der ältesten Radrennbahn mit der silberne Plakette des IOC/IAKS Award geehrt. Damit erhält zum zweiten Mal eine Erfurter Sportstätte durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die IAKS dieses architektonische Gütesiegel. 2005 wurde die 25 Millionen teure Eisschnelllaufhalle ebenfalls mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Insgesamt 117 Projekte aus 26 Ländern bewertete die internationale Jury aus Architekten, Sportwissenschaftlern und -funktionären und vergab entsprechend des Sportanlagentyps in acht Kategorien 28 Preise. Die Redrennbahn wurde unter den speziellen Sportanlagen ausgezeichnet.
Seltener Segen
Thüringer Allgemeine vom 25.07.09
Von Steffen ESS
Erfurt. (ta)
Das allgemeine Stöhnen angesichts der Wirtschaftslage hält an. Die Erfurter Sportanlagen erleben dagegen in Kürze einen enormen Aufschwung. Bis 2010 wird saniert wie lange nicht. „Energetische Sanierung einschließlich Folgemaßnahmen.“ So heißt das Zauberwort, das in diesem und im kommenden Jahr durch das bundesweite Konjunkturprogramm Investitionen in der Infrastruktur ermöglicht, die sonst noch Jahre in der Warteschleife stünden. Fünf Turnhallen profitieren vom Förderpaket der Bundesregierung und darüber hinaus kleinere Maßnahmen an 15 Sportanlagen. Ein kleiner Haken ist dennoch wie überall dabei. Genau genommen mehr als einer. „Wir sind alle nicht glücklich mit der Situation“, meint Andreas Malur. Die Zuschüsse von Bund und Land, die 75 Prozent der im Konjunkturprogramm für Erfurt zur Verfügung stehenden 23,4 Millionen Euro tragen, stellen auch für den Werksleiter des Erfurter Sportbetriebes einen Segen dar. Nur sieht er den Zeitplan in Gefahr, die dem Sportbetrieb (ESB) in Aussicht gestellten 733 000 Euro auch bis Ende 2010 einsetzen zu können.
Die Bescheide stehen noch aus und die Sommerferien, in denen hier und da schon angefangen werden sollte, sind so gut wie vorbei. „Die Pause wollten wir eigentlich nutzen“, hätte sich der ESB-Werksleiter einen unkomplizierteren Verfahrensweg gewünscht. Genau 15 Einzelvorhaben hat der Sportbetrieb in einer Prioritätenliste zusammengestellt und eingereicht. Seit mehr als zwei Monaten wartet er auf grünes Licht seitens des Landesverwaltungsamtes. Das prüft jede Maßnahme. Vor allem, weil die Fördermittel zweckgebunden sind. Reduziert sind sie auf Sanierungsvorhaben im energetischen Bereich. Dem ESB kommen die Bedingungen entgegen. Die Erneuerungen von Fenstern, Fassaden, Dächern und Heizungsanlagen, um die es sich in erster Linie in der Aufschlüsselung der 15 Bauvorhaben dreht, bringen Einsparungen im Nachhinein und entlasten über Jahre danach das Budget. Ausgerechnet die kostenintensivste und eine der wichtigsten Maßnahmen droht allerdings ins Hintertreffen zu geraten.
Mit zirka 150 000 Euro sollte der Mittelteil des Umkleidetraktes im Cyriaksgebreite eine bitter nötige Frischzellenkur erhalten. Doch wurden weitere Mängel festgestellt. Ein Gutachten soll nun Aufschluss geben, ob es sinnvoller wäre, ganz über einen Neubau nachzudenken. „Der ist aber nicht förderfähig durch das Konjunkturprogramm“, beschreibt Malur die Zwickmühle. Es ist nicht die einzige, in der sich der Sportbetrieb befindet. An Alternativen, wo die Gelder gebraucht werden, fehlt es nicht. Das zeigt der zweite Teil der Prioritätenliste, der greift, wenn eine Maßnahme abgelehnt wird. Der Zeitverzug macht Andreas Malur jedoch Sorgen.
Um so länger sich die Genehmigung hinzieht, umso mehr verschieben sich Ausschreibung und Baubeginn. Und die Fördermittel sind zweigeteilt. 433 000 Euro sollen 2009 fließen, 300 000 Euro im kommenden Jahr. Und wer kann es sich schon leisten, geschenktes Geld brach liegen zu lassen. „Ob wir alles umsetzen können, bleibt aber abzuwarten“, meint Malur und begründet seine Zweifel auch damit, mit der Planung, Bearbeitung und Ausführung der vielen Maßnahmen in kurzer Zeit auch personell an die Grenzen zu stoßen. „Aber wir rechnen mit einer baldigen Entscheidung“, hofft Malur. Die ist für den Bildungsbereich bereits gefallen. „Die Weichen sind gestellt. Ab September bricht die Konjunktur los“, frohlockt Karl-Heinz Siegel vom Hochbauamt. In Sachen Schulen ist er einen Schritt weiter als der Sportbetrieb. Der indes profitiert indirekt mit. Von den knapp 10 Millionen Euro für Schulgebäude werden 1,9 Millionen zur Sanierung von Turnhallen genutzt (siehe Fotos oben). 250 000 fließen in die Sporthalle der Grundschule 6 in der Hans-Sailer-Straße, 400 000 Euro ins Förderzentrum Mitte in der Karlstraße. 300 000 Euro der außerplanmäßige Mittel sind für die Halle in Möbisburg vorgesehen. „Die akuten Fälle“, wie der städtische Schulbau-Spezialist Norbert Busse vor zwei Jahren schon die Hallen in der Blumen- (Europaschule) und Riethstraße (Grundschule 22) bezeichnete, bekommen endlich eine Behandlung. Eine äußerliche sichtbare zumindest. „Das Problem ist, wir reden im wesentlichen nur von der Hülle und daraus resultierenden Folgemaßnahmen“, sieht auch Siegl in den Forderungen des Konjunkturpakets eine Schattenseite. Eine Sanierung der Sanitäranlagen etwa ist nicht möglich. „Wir brauchen noch ein Stück, bis die Hallen wirklich generalüberholt sind“, weiß er und ist froh, dass zumindest in Möbisburg durch die Zugabe von 160 000 Euro der Stadt eine Komplettlösung gefunden ist.
Auf die müssen andere Hallen warten. Für die am Rabenhügel kommt derweil das Konjunkturpaket zu spät. Sie ist letztes Jahr geschlossen worden und ist ein trauriger Beleg, dass nach wie vor erheblicher Nachholbedarf bei der Sanierung der Schulturnhallen besteht. Vor zwei Jahren schon wiesen 20 Hallen große Mängel auf. Um die zu beseitigen, wären damals mehr als sieben Millionen Euro nötig gewesen. Heute reichten die wohl nicht mehr. Immerhin fünf Hallen von der damaligen Problemliste erhalten durch die Bundeshilfe eine Energiekosten senkende Hülle. Mit der bereits begonnenen Sanierung der Hallen in Gispersleben (Gubener Straße/ Kosten: 480 000 Euro) und in der Kartäuser Straße (565 000 Euro) sowie der laut Siegl „statischen Ertüchtigung“ der Halle in der Halleschen (Regelschule 1) und der in der Geraaue (sie stand 2007 nicht mal in der Liste), hat sich die Stadt auch mittels anderer Investitionsprogramme weiterer schwerer Fälle angenommen. „Wenn wir das alles durchhaben, sind die größten Problemfälle geschafft“, sagt Siegl und ist dankbar. Denn seit das Land Anfang 2005 das Schulsportsanierungsprogramm eingestellt hat, ist der damalige Investitionsstau gewachsen. „Wir sind froh, dass wir über das Konjunkturpaket wenigstens etwas machen können“, so Siegl. Er sieht allerdings trotz aller Vorteile wie der ESB-Werksleiter einen Makel.: Durch die große Dichte der Bauvorhaben befürchten sie, dass die Preise mit der Nachfrage in die Höhe schnellen. Das Konjunkturprogramm will Malur trotzdem nicht ansatzweise in Frage stellen. Ermöglicht es doch, für kurze Zeit mehr als nur das seit Jahr und Tag anhaltende „Notprogramm bei der Unterhaltung der Sportanlagen“ zu fahren. „Eine kontinuierliche Aufwertung der Unterhaltssumme würde uns aber mehr helfen“, sagt Andreas Malur. Rund 600 000 Euro pro Jahr allein für investive Maßnahmen (300 000 Euro mehr als bisher) schweben dem Werksleiter des Sportbetriebes vor.
Bei der Summe verschlägt es Amtsleiter Dr. Alfred Müller von der Stadtkämmerei fast den Atem. „Im Moment haben wir einen gigantischen Steuereinbruch. Ohne diese Fördermittel wüssten wir überhaupt nicht, wie etwas gehen sollte“, beschreibt er die dramatische Kassenlage und sieht die Gelder aus dem Konjunkturpaket umso mehr als Glücksfall.
Vielleicht ein einmaliger auf Jahre.
ANGEMERKT
Nachlegebedarf
Von Steffen ESS
Die kriselnde Wirtschaft hat eine gute Seite − für den Sport. Die im Konjunkturprogramm II allein für Erfurter Sportstätten verankerten 70 0000 Euro klingen bei der Gesamtsumme von 23,4 Millionen zwar nicht viel. Doch steckt mehr als Stückwerk maroder Sportanlagen dahinter. Unter dem Deckmantel der Schulinfrastruktur fließen in den nächsten beiden Jahren in fünf Sporthallen knapp zwei Millionen Euro, um diese auf Vordermann zu bringen. Den realen Blick sollte der warme Geldregen allerdings nicht trüben. Nicht nur, dass es in erster Linie um die Hülle und nicht ums Innenleben der Hallen geht.
Trotz der zusätzlichen Sanierungsprojekte in Erfurt ist der Nachlegebedarf bei mehr als der Hälfte der Turnhallen noch groß, die vor zwei Jahren − und länger schon − bereits eine Hilfe benötigt hätten. Passiert ist nicht viel, seit 2007 sieben Millionen Euro im Raum standen, um die Missstände an den Schulturnhallen zu beseitigen. Und bis auf ein kurzes Strohfeuer, als diese mit ernüchternden Zahlen unterlegt wurden, fühlte sich im Stadtparlament kaum jemand genötigt, dem gern zitierten Politikersatz „Erfurt sei eine Sportstadt“ mit vehementem Drängen auf bessere Bedingungen im Basissport Ausdruck im Handeln zu verleihen.
Die Basisarbeit im Sportunterricht wird sich zumindest in ein paar Hallen verbessern. Deswegen lässt es sich verschmerzen, dass in den Sport direkt bloß drei Prozent der 23 Millionen fließen. So einfältig es klingen mag. Im Sinne vieler verschlissener Sportstätten, deren Sanierung die Kommunen allein nicht schultern können, möge die Wirtschaftsflaute noch etwas anhalten.
Von Steffen ESS
Erfurt. (ta)
Das allgemeine Stöhnen angesichts der Wirtschaftslage hält an. Die Erfurter Sportanlagen erleben dagegen in Kürze einen enormen Aufschwung. Bis 2010 wird saniert wie lange nicht. „Energetische Sanierung einschließlich Folgemaßnahmen.“ So heißt das Zauberwort, das in diesem und im kommenden Jahr durch das bundesweite Konjunkturprogramm Investitionen in der Infrastruktur ermöglicht, die sonst noch Jahre in der Warteschleife stünden. Fünf Turnhallen profitieren vom Förderpaket der Bundesregierung und darüber hinaus kleinere Maßnahmen an 15 Sportanlagen. Ein kleiner Haken ist dennoch wie überall dabei. Genau genommen mehr als einer. „Wir sind alle nicht glücklich mit der Situation“, meint Andreas Malur. Die Zuschüsse von Bund und Land, die 75 Prozent der im Konjunkturprogramm für Erfurt zur Verfügung stehenden 23,4 Millionen Euro tragen, stellen auch für den Werksleiter des Erfurter Sportbetriebes einen Segen dar. Nur sieht er den Zeitplan in Gefahr, die dem Sportbetrieb (ESB) in Aussicht gestellten 733 000 Euro auch bis Ende 2010 einsetzen zu können.
Die Bescheide stehen noch aus und die Sommerferien, in denen hier und da schon angefangen werden sollte, sind so gut wie vorbei. „Die Pause wollten wir eigentlich nutzen“, hätte sich der ESB-Werksleiter einen unkomplizierteren Verfahrensweg gewünscht. Genau 15 Einzelvorhaben hat der Sportbetrieb in einer Prioritätenliste zusammengestellt und eingereicht. Seit mehr als zwei Monaten wartet er auf grünes Licht seitens des Landesverwaltungsamtes. Das prüft jede Maßnahme. Vor allem, weil die Fördermittel zweckgebunden sind. Reduziert sind sie auf Sanierungsvorhaben im energetischen Bereich. Dem ESB kommen die Bedingungen entgegen. Die Erneuerungen von Fenstern, Fassaden, Dächern und Heizungsanlagen, um die es sich in erster Linie in der Aufschlüsselung der 15 Bauvorhaben dreht, bringen Einsparungen im Nachhinein und entlasten über Jahre danach das Budget. Ausgerechnet die kostenintensivste und eine der wichtigsten Maßnahmen droht allerdings ins Hintertreffen zu geraten.
Mit zirka 150 000 Euro sollte der Mittelteil des Umkleidetraktes im Cyriaksgebreite eine bitter nötige Frischzellenkur erhalten. Doch wurden weitere Mängel festgestellt. Ein Gutachten soll nun Aufschluss geben, ob es sinnvoller wäre, ganz über einen Neubau nachzudenken. „Der ist aber nicht förderfähig durch das Konjunkturprogramm“, beschreibt Malur die Zwickmühle. Es ist nicht die einzige, in der sich der Sportbetrieb befindet. An Alternativen, wo die Gelder gebraucht werden, fehlt es nicht. Das zeigt der zweite Teil der Prioritätenliste, der greift, wenn eine Maßnahme abgelehnt wird. Der Zeitverzug macht Andreas Malur jedoch Sorgen.
Um so länger sich die Genehmigung hinzieht, umso mehr verschieben sich Ausschreibung und Baubeginn. Und die Fördermittel sind zweigeteilt. 433 000 Euro sollen 2009 fließen, 300 000 Euro im kommenden Jahr. Und wer kann es sich schon leisten, geschenktes Geld brach liegen zu lassen. „Ob wir alles umsetzen können, bleibt aber abzuwarten“, meint Malur und begründet seine Zweifel auch damit, mit der Planung, Bearbeitung und Ausführung der vielen Maßnahmen in kurzer Zeit auch personell an die Grenzen zu stoßen. „Aber wir rechnen mit einer baldigen Entscheidung“, hofft Malur. Die ist für den Bildungsbereich bereits gefallen. „Die Weichen sind gestellt. Ab September bricht die Konjunktur los“, frohlockt Karl-Heinz Siegel vom Hochbauamt. In Sachen Schulen ist er einen Schritt weiter als der Sportbetrieb. Der indes profitiert indirekt mit. Von den knapp 10 Millionen Euro für Schulgebäude werden 1,9 Millionen zur Sanierung von Turnhallen genutzt (siehe Fotos oben). 250 000 fließen in die Sporthalle der Grundschule 6 in der Hans-Sailer-Straße, 400 000 Euro ins Förderzentrum Mitte in der Karlstraße. 300 000 Euro der außerplanmäßige Mittel sind für die Halle in Möbisburg vorgesehen. „Die akuten Fälle“, wie der städtische Schulbau-Spezialist Norbert Busse vor zwei Jahren schon die Hallen in der Blumen- (Europaschule) und Riethstraße (Grundschule 22) bezeichnete, bekommen endlich eine Behandlung. Eine äußerliche sichtbare zumindest. „Das Problem ist, wir reden im wesentlichen nur von der Hülle und daraus resultierenden Folgemaßnahmen“, sieht auch Siegl in den Forderungen des Konjunkturpakets eine Schattenseite. Eine Sanierung der Sanitäranlagen etwa ist nicht möglich. „Wir brauchen noch ein Stück, bis die Hallen wirklich generalüberholt sind“, weiß er und ist froh, dass zumindest in Möbisburg durch die Zugabe von 160 000 Euro der Stadt eine Komplettlösung gefunden ist.
Auf die müssen andere Hallen warten. Für die am Rabenhügel kommt derweil das Konjunkturpaket zu spät. Sie ist letztes Jahr geschlossen worden und ist ein trauriger Beleg, dass nach wie vor erheblicher Nachholbedarf bei der Sanierung der Schulturnhallen besteht. Vor zwei Jahren schon wiesen 20 Hallen große Mängel auf. Um die zu beseitigen, wären damals mehr als sieben Millionen Euro nötig gewesen. Heute reichten die wohl nicht mehr. Immerhin fünf Hallen von der damaligen Problemliste erhalten durch die Bundeshilfe eine Energiekosten senkende Hülle. Mit der bereits begonnenen Sanierung der Hallen in Gispersleben (Gubener Straße/ Kosten: 480 000 Euro) und in der Kartäuser Straße (565 000 Euro) sowie der laut Siegl „statischen Ertüchtigung“ der Halle in der Halleschen (Regelschule 1) und der in der Geraaue (sie stand 2007 nicht mal in der Liste), hat sich die Stadt auch mittels anderer Investitionsprogramme weiterer schwerer Fälle angenommen. „Wenn wir das alles durchhaben, sind die größten Problemfälle geschafft“, sagt Siegl und ist dankbar. Denn seit das Land Anfang 2005 das Schulsportsanierungsprogramm eingestellt hat, ist der damalige Investitionsstau gewachsen. „Wir sind froh, dass wir über das Konjunkturpaket wenigstens etwas machen können“, so Siegl. Er sieht allerdings trotz aller Vorteile wie der ESB-Werksleiter einen Makel.: Durch die große Dichte der Bauvorhaben befürchten sie, dass die Preise mit der Nachfrage in die Höhe schnellen. Das Konjunkturprogramm will Malur trotzdem nicht ansatzweise in Frage stellen. Ermöglicht es doch, für kurze Zeit mehr als nur das seit Jahr und Tag anhaltende „Notprogramm bei der Unterhaltung der Sportanlagen“ zu fahren. „Eine kontinuierliche Aufwertung der Unterhaltssumme würde uns aber mehr helfen“, sagt Andreas Malur. Rund 600 000 Euro pro Jahr allein für investive Maßnahmen (300 000 Euro mehr als bisher) schweben dem Werksleiter des Sportbetriebes vor.
Bei der Summe verschlägt es Amtsleiter Dr. Alfred Müller von der Stadtkämmerei fast den Atem. „Im Moment haben wir einen gigantischen Steuereinbruch. Ohne diese Fördermittel wüssten wir überhaupt nicht, wie etwas gehen sollte“, beschreibt er die dramatische Kassenlage und sieht die Gelder aus dem Konjunkturpaket umso mehr als Glücksfall.
Vielleicht ein einmaliger auf Jahre.
ANGEMERKT
Nachlegebedarf
Von Steffen ESS
Die kriselnde Wirtschaft hat eine gute Seite − für den Sport. Die im Konjunkturprogramm II allein für Erfurter Sportstätten verankerten 70 0000 Euro klingen bei der Gesamtsumme von 23,4 Millionen zwar nicht viel. Doch steckt mehr als Stückwerk maroder Sportanlagen dahinter. Unter dem Deckmantel der Schulinfrastruktur fließen in den nächsten beiden Jahren in fünf Sporthallen knapp zwei Millionen Euro, um diese auf Vordermann zu bringen. Den realen Blick sollte der warme Geldregen allerdings nicht trüben. Nicht nur, dass es in erster Linie um die Hülle und nicht ums Innenleben der Hallen geht.
Trotz der zusätzlichen Sanierungsprojekte in Erfurt ist der Nachlegebedarf bei mehr als der Hälfte der Turnhallen noch groß, die vor zwei Jahren − und länger schon − bereits eine Hilfe benötigt hätten. Passiert ist nicht viel, seit 2007 sieben Millionen Euro im Raum standen, um die Missstände an den Schulturnhallen zu beseitigen. Und bis auf ein kurzes Strohfeuer, als diese mit ernüchternden Zahlen unterlegt wurden, fühlte sich im Stadtparlament kaum jemand genötigt, dem gern zitierten Politikersatz „Erfurt sei eine Sportstadt“ mit vehementem Drängen auf bessere Bedingungen im Basissport Ausdruck im Handeln zu verleihen.
Die Basisarbeit im Sportunterricht wird sich zumindest in ein paar Hallen verbessern. Deswegen lässt es sich verschmerzen, dass in den Sport direkt bloß drei Prozent der 23 Millionen fließen. So einfältig es klingen mag. Im Sinne vieler verschlissener Sportstätten, deren Sanierung die Kommunen allein nicht schultern können, möge die Wirtschaftsflaute noch etwas anhalten.
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Tel: 0361 / 655 30 01 - FAX 0361 / 655 30 09
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